Aachen: Besinnung statt Anspannung auf dem Tivoli

Aachen: Besinnung statt Anspannung auf dem Tivoli

„O Tivoli, o Tivoli — wie schön sind deine Stimmen!“ — unter diesem Motto planen alle christlichen Kirchen Aachens gemeinsam mit der Fan-IG der Alemannia und dem Alemannia-Fanbeauftragten ein großes „Weihnachtssingen“ auf dem Tivoli.

Am vierten Advent, Sonntag, 22. Dezember, geht es ab 18 Uhr mit Musik vom Band und eigenen Stücken der beteiligten Chöre und Musikgruppen los. Nach diesem Vorprogramm beginnt das Singen um 19 Uhr. Das Flutlicht wird ausgeschaltet, bei Notbeleuchtung, Kerzenschein, Glühwein und Plätzchen sollen die Besucher nicht einfach ein Konzert hören, sondern selbst aktiv werden. Unterstützt von Chören und Blechbläsergruppen aus der Region werden gemeinsam Advents- und Weihnachtslieder gesungen.

Die Idee zu dieser ganz besonderen Adventsveranstaltung hatte Pfarrer Siegmar Müller von der Freien evangelischen Gemeinde. „In Berlin gibt es ein ähnliches Singen bereits seit zwölf Jahren, diesmal rechnet man dort mit mehr als 20 000 Besuchern. Wir hoffen auf 1000 bis 2000 Aachener, die gemeinsam singen und dieses ökumenische Ereignis feiern wollen“, sagt Müller, der sich ein identifikationsstiftendes Ereignis für Stadt und Städteregion wünscht, das sich an alle Aachener richtet, egal ob sie nun Fußballfans sind oder nicht.

Stadionsprecher Robert Moonen moderiert. Der Chor „Pius Celebration“, ein Gospelchor der Internationalen Christlichen Freikirche (ICF) und der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen wirken mit. Jupp Ebert singt Alemannia-Hymnen wie „Aber eins, aber eins…“ und „You never walk alone“. Müller trägt die Weihnachtsgeschichte vor, es wird ein Gebet gesprochen, einen Gottesdienstcharakter will man aber vermeiden, damit sich jeder wiederfinden kann.

Den Abschluss bildet eine Bläserfanfare. „Wir orientieren uns am Berliner Vorbild, im Vordergrund steht das Singen. Wir haben 17 Lieder aus dem volkstümlichen und religiösen Liedgut ausgewählt“, erklärt Andrea Kett vom Bistum Aachen, die für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen die Veranstaltung plant. „Das ist eine tolle Idee, einmal ohne die Anspannung eines Fußballspiels eine besinnliche Zeit zu erleben, zu singen und Glühwein zu trinken“, sagt Lutz van Hasselt, Fanbeauftragter der Alemannia. Nach zwei Abstiegen und der schwierigen momentanen Lage sei das ein Zeichen gegen die negativen Schlagzeilen.

Der Nikolaus kommt auch

Zunächst werden zwei Blöcke gefüllt, damit sich die Besucher im Stadion nicht zu sehr verteilen. Sollte der Andrang größer sein, geht es in der Kurve S6 und im Stehplatzbereich weiter. Die Kosten dieser Veranstaltung trägt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Aachen. Mehrere Sponsoren haben bereits ebenfalls ihre Unterstützung zugesagt. Der Eintritt ist frei, ein Liedheft und eine Kerze bekommt jeder am Eingang, und der Nikolaus verteilt kleine Überraschungen an Jung und Alt.