Aachen: Berufskolleg-Schüler schaffen den Bundessieg

Aachen : Berufskolleg-Schüler schaffen den Bundessieg

Mit einem aufwendig gestalteten Pop-Up-Bilderbuch holte das Berufskolleg für Gestaltung und Technik den Bundessieg beim 62. Europäischen Wettbewerb. Allein in Nordrhein-Westfalen haben 2000 Schüler Vorschläge zum Thema „Europa hilft — Hilft Europa?“ eingereicht. Flüchtlingspolitik und Flüchtlingsproblematik standen dabei im Mittelpunkt.

Die Aachener Berufskolleg-Schülerinnen Melanie Heinemann, Corina Laschet, Kimberly Laschet und Lena Schiller entschieden sich für ein Bilderbuch. „Wir wollten aber trotzdem kein kinderfreundliches Buch gestalten“, meint Melanie. Sie und ihre Teampartnerinnen erzählen die Geschichte von Rasin, der aus Syrien fliehen muss und nach Deutschland kommt. Und auch wenn sein Weg auch in Deutschland alles andere als leicht ist, kommt er zu dem Schluss: „Wenigstens muss hier keiner sterben“.

In aufwendigen Illustrationen haben die jungen Frauen die Geschichte bebildert. Aufklappbare Teile bieten dabei zusätzliche Information. „Das war super aufwendig“, meint Kimberly. Haufenweise Überstunden waren notwendig, bis das Layout so klappte, wie sie sich das vorgestellt hatten. Nun wird das Team in Berlin mit dem Ehrenpreis der Bundeskanzlerin ausgezeichnet.

Und auch andere Schüler des Berufskollegs waren bei dem Wettbewerb erfolgreich. Die Berufsschülerinnen Caroline Palm und Nadia Thémans belegten mit ihren Plakaten zum Thema „Festung Europa“ auf Landesebene den zweiten Platz, und Paul Riegel sowie Karolina Schwindt belegten neben einem ganzen Team von Schülern den dritten Platz.

Als Betreuerinnen freuen sich Doris Ott und Elke Kraus-Ohler über den Erfolg ihrer Schüler. Die haben sich im Rahmen des Wettbewerbs intensiv mit dem Flüchtlingsthema auseinandergesetzt. Dabei haben sie zum Teil auch die Flüchtlinge vor die Kamera geholt, die Schüler am Berufskolleg sind. Das sei gar nicht so einfach gewesen, meint Doris Ott. Denn die seien sehr zurückhaltend und hätten Angst, in die Öffentlichkeit zu treten.

Alles in allem sind die Arbeiten der Schüler ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit. Das zeigt sich in der gelungenen Illustration eines Brecht-Zitats („Wäre ich nicht arm, wärst du nicht reich“) ebenso wie in der anrührenden Bebilderung des Satzes „Menschlichkeit kennt keine Grenzen.“

Schulleiterin Christine Levold zeigte sich begeistert von dem Ideenreichtum ihrer Schüler. Keine Schule in NRW war so erfolgreich bei dem Europa-Wettbewerb wie das Berufskolleg.

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