Aachen: Berühmte Dombausage als Thema beim Europa-Projekt am Pius-Gymnasium

Aachen : Berühmte Dombausage als Thema beim Europa-Projekt am Pius-Gymnasium

Wenn die Aula des Bischöflichen Pius-Gymnasiums wieder einmal europäisch dekoriert ist, wissen die Schüler sofort Bescheid: Ein neues Europa-Projekt kündigt sich an. Als Europaschule fördert das Gymnasium schon lange den Blick über den Tellerrand weit über den normalen Lehrplan hinaus.

Zum 17. Mal in Folge findet derzeit ein Europa-Projekt statt, bei dem Schüler aus Aachen, Leipzig, dem tschechischen Liberec und dem französischen Saint Brieuc zusammenkommen.

Damit ist die Idee von Norbert Weitz, Koordinator für Internationale Begegnung, alles andere als eine Eintagsfliege: „Für uns ist das Projekt nicht mehr wegzudenken, es ist zur Schultradition geworden und trägt dazu bei, dass sich junge Menschen über ihre Verantwortung in Europa Gedanken machen“, betont Schulleiter Dr. Josef Els.

Vom ersten Moment an sei so ein Austausch spannend. Jedes Jahr gibt es ein neues Motto, und das diesjährige Thema hat viel zu bieten. Schließlich gilt Aachen als die Region mit den meisten Sagen und Mythen in ganz Deutschland, wie Els erklärt. „Über Jahrhunderte haben sich die Menschen von diesem kulturellen Schatz faszinieren und fesseln lassen“, betont Els, der auch Deutschlehrer ist. Und natürlich lernten die Teilnehmer auch die berühmte Aachener Dombausage kennen.

Das „Europäische Mythen- und Sagenprojekt 2015“ ist der zweite Teil des jährlichen Austauschprogramms, an dem diesmal insgesamt 120 Jugendliche teilnehmen. Bereits im November 2014 waren die Pius-Schüler der Jahrgangsstufe 10 zum ersten Teil des Europa-Projekts zu den europäischen Auslandspraktika bei den Partnerschulen in Leipzig, Liberec, Reigate und Saint Brieuc. Teil 2 findet stets in Aachen statt.

Die Beschäftigung mit der Nibelungensage und Wagners Ring im Rahmen von Mythen und Sagen begeisterte Schülerin Esther Adamová aus Liberec. Aber nicht nur die Oper, auch die neuen Freunde aus Aachen und Leipzig werden der 16-Jährigen dauerhaft in Erinnerung bleiben: „Hoffentlich halten wir Kontakt.“

Der 16-jährige Fabian Herwig vom Leipziger Humboldt-Gymnasium hat ebenfalls beim Opern-Workshop von Musiklehrer Dieter Gillessen mitgearbeitet. Er hatte vor dem Projektbeginn noch keine bestimmten Erwartungen: „Wir haben viel daraus mitnehmen können, viel über das Kulturelle und über die Menschen in Europa gelernt.“

Pius-Schüler Konstantin Kaulen hat beim Theater-Workshop mitgemacht. „Wir haben gelernt, gezielt zu atmen und zu sprechen, haben uns mit Sophokles‘ Ödipus auseinandergesetzt und Gedichte gelernt“, erzählt der 15-jährige Schüler. „Sagenhafte Comics“ und „Rübezahl und Dr. Faustus zu Gast bei Karl dem Großen“ hießen die beiden anderen Workshops.

Ein Empfang bei Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, eine Spurensuche in Aachens Historie mit Besichtigung von Rathaus und Dom sowie ein Tagesausflug nach Bonn in die Ausstellung „Kelten im Rheinland“ im LVR-Landesmuseum rundeten das Programm ab.

Für 2016 haben Norbert Weitz und seine Kollegen bereits Ideen gesammelt: Foto und Film sollen bei der 18. Auflage des Europa-Projekts im Fokus stehen.

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