Aachen: Bergbau: Heute polarisierend, aber immer faszinierend

Aachen : Bergbau: Heute polarisierend, aber immer faszinierend

Ende 2018 wird in Deutschland eine Ära zu Ende gehen: Mit der Schließung der Zeche in Ibbenbüren endet der deutsche Steinkohleabbau unter Tage. Damit endet auch eine Geschichte, die wie kaum eine andere verknüpft ist mit der Industrialisierung Deutschlands.

Ohne Kohle kein Stahl, ohne Stahl keine Maschinen. Auch das Revier Aachen war bekanntlich seinerzeit Abbaugebiet für Steinkohle. So sehr der Bergbau heute polarisieren mag, so sehr hat er die Menschen immer fasziniert und gefesselt. Das zeigt noch bis zum 25. März die Ausstellung „Der Bergmann und das weiße Gold“ im Couven-Museum.

Präsentiert wird erlesenes Porzellan aus der Sammlung Middelschulte. Bergassessor Achim Middelschulte stammt aus einer Familie, in der schon Vater und Großvater Bergmänner waren. Schon sie begannen, Porzellan zu sammeln, das sich mit dem Bergbau auseinandersetzt. Suppenschalen, Teller, Figuren und Galanteriewaren wie Dosen und Schatullen: Rund 100 Stücke sind in der Ausstellung zu bewundern.

Das Couven-Museum ist die letzte Station von fünf Ausstellungen, und Achim Middelschulte hat ein großes Lob für das Museum: „Es ist die beste Präsentation der Stücke.“ Das liegt an den Räumlichkeiten, hat sich das Couven-Museum doch dem bürgerlichen Leben des 18. und frühen 19. Jahrhunderts gewidmet.

Besonders herausragende Stücke sind unter anderem „Die Würzburger Bergleute“: Die Lieblingsstücke von Middelschulte stellen eine Bergmannskapelle da. Die vier Figuren spielen Triangel, Fagott, Querflöte und Tamburin. Der Kontrast zwischen dem glänzenden weißen Porzellan und den oftmals schwarzen Uniformen der Bergleute gibt den Figuren etwas Kunstvolles, aber auch etwas Dokumentierendes.

Einen Blick wert sind auch die Malereien auf den Suppentellern, Tassen und Kannen im Ober- wie im Erdgeschoss des Museums. Sie sind sowohl darstellend als auch erzählend. Einerseits zeigen sie oft eine nicht existente Idylle, andererseits aber auch die harte Arbeit der Bergleute. Somit gibt die Ausstellung einen spannenden Blick in die Industriegeschichte Deutschlands und Österreichs.

Wer sich die Ausstellung ansehen möchte, kann dies noch bis zum 25. März dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 17 Uhr im Couven-Museum tun. Der Eintrittspreis beträgt sechs Euro, ermäßigt drei Euro. Unter 21 Jahren ist der Eintritt frei.

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