Aachen: Beim Warnstreik stehen in Aachen fast alle Räder still

Aachen : Beim Warnstreik stehen in Aachen fast alle Räder still

„Alle Räder stehen still...“ Die bekannte Zeile des Bundesliedes des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins wurde am Dienstag in Aachen Realität — zumindest beinahe. Denn wegen des Warnstreiks im Öffentlichen Dienst, zu dem die Gewerkschaft Verdi aufgerufen hatte, blieben am Dienstag sämtliche Aseag-Busse im Depot. Und die Berufspendler, die auf den Privatwagen ausgewichen waren, standen vielerorts im Stau.

Einige Räder drehten sich dann aber doch. Denn — wie angekündigt — waren die privaten Unternehmen, die im Auftrag der Aseag auf einigen Linien in Stadt und Städteregion fahren, vom Streik nicht betroffen. Und das seien immerhin „ungefähr 50 Prozent aller Fahrten“ wie Aseag-Sprecher Paul Heesel auf Anfrage mitteilte.

Natürlich drehten sich auch die Räder der Busse, die die Streikenden von Aachen zur großen Verdi-Kundgebung nach Köln brachten. Um 8 Uhr in der Frühe trafen sich die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes aus der Stadt Aachen und der Kernverwaltung der Städteregion am Busparkplatz Hüls. Von dort starteten 20 Busse in Richtung Köln. Insgesamt rechnete Gewerkschaftssekretär Mathias Dopatka mit bis zu 2500 Teilnehmern aus dem kompletten Verdi-Bezirk Aachen/Düren/Erft. „Das sind fast 50 Prozent mehr als vor zwei Jahren“, sagte Dopatka am Dienstagmorgen. Zusammen mit den einzelnen Bussen aus der Städteregion, beispielsweise von den betroffenen Kita-Standorten in Monschau, Roetgen und Baesweiler, rechnete Dopatka mit 50 Bussen aus dem gesamten Verdi-Bezirk.

„Die Resonanz ist super“, bewertete Dopatka die Beteiligung. „Das zeigt die Verärgerung unserer Mitglieder darüber, dass die Arbeitgeber immer noch kein Angebot für eine Lohnerhöhung vorgelegt haben“, sagte der Verdi-Funktionär, der in Köln „ein deutliches Zeichen für unsere Forderungen“ — 6 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro — setzen wollte.

20.000 Leute in Köln

Doch auch in Aachen war dieses Zeichen zu spüren. Denn wie angekündigt streikte die Aachener Müllabfuhr, der Recyclinghof an der Kellershaustraße blieb geschlossen, 38 von 56 städtische Kitas öffneten nicht, ebenso wie die Ulla Klinger-Halle, die Südhalle und andere Einrichtungen mehr.

Mathias Dopatka hofft nun, dass das Zeichen angekommen ist. „In Köln sind 20.000 Leute zusammengekommen. Das war der Hammer“, fasste er zusammen. „Der Ball liegt jetzt bei den Arbeitgebern, endlich ein gutes Angebot vorzulegen.“ Er sei jedenfalls gespannt, was bei der nächsten Verhandlungsrunde herauskommt.

Derweil gehen die Einschränkungen weiter — wenn auch in geringerem Ausmaß. Denn für den heutigen Mittwoch hat die Gewerkschaft Komba ihre Mitglieder zum Warnstreik aufgerufen. Deshalb bleibt die Ulla-Klinger-Halle auch heute geschlossen, neun Kitas öffnen nur mit einem Notdienst und vier bleiben komplett dicht. Die Aseag-Busse allerdings fahren wieder.

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