Aachen: Beim riesigen Zirkuszelt ist Zentimeterarbeit gefragt

Aachen : Beim riesigen Zirkuszelt ist Zentimeterarbeit gefragt

Am Tivoli funkelt es künftig in blau und weiß. Daneben und nur vorübergehend, wohlgemerkt. Denn unmittelbar neben dem schwarz-gelben Stadion schlägt der Circus Roncalli auf dem CHIO-Gelände sein Zelt auf.

16 Meter ragt das riesige Zelt auf einer Fläche von mehr als 1000 Quadratmetern in die Höhe. 1450 Zuschauer passen hinein. Am gestrigen Freitag haben die Aufbauarbeiten begonnen, innerhalb von acht Tagen soll das Zirkuszelt samt Inneneinrichtung stehen. Vom 25. April bis zum 6. Mai gibt es dort dann Akrobatik op kölsch: die „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ kommt nach Aachen. „Funambola — Capriolen des Lebens!“ nennt sich das neue gemeinsame Projekt der Kölner Band und des Circus Roncalli.

Die Roncalli-Fahne weht zwar schon, Zirkusatmosphäre kommt am Freitag aber noch nicht auf. Es herrscht eher Baustellenflair. Ein krachend lauter Schlagbohrer rammt unaufhörlich Metallpfeiler metertief in den Boden, während rund 20 Leute von links nach rechts fegen, Stangen tragen und feinsäuberliche Markierungen auf den Boden zeichnen. Zentimeterarbeit ist gefragt. „Wenn sich jetzt ein Fehler im Zahnrad einschleicht, funktioniert der gesamte Zirkus nicht“, betont Pressesprecher Thomas Merz.

Schließlich ist der Zeitplan eng getaktet. Regenpause? Gibt es nicht. „Einzig bei Sturm müssten wir unterbrechen“, erklärt Merz. Ein halber Tag wurde dafür als Puffer eingeplant.

„Nacktes“ Zelt wiegt 25 Tonnen

Rund 25 Tonnen wiegt allein das „nackte“ Hauptzelt, also ohne Tribüne, Bühne und dergleichen — ohne Gabelstapler nicht zu schaffen. Außerdem werden noch 45 Fahrzeuge erwartet, unter anderem ein 100 Jahre alter Kassenwagen. Es ist das fünfte Mal, dass die „Höhner Rockin‘ Roncalli Show“ in die Stadt kommt. Zwar stand das Zirkuszelt die letzten Male auf dem Bendplatz, dennoch ist es keine Premiere an der Krefelder Straße. „Wir waren schon mal hier. Aber da gab es das Stadion noch nicht“, grinst Merz und verweist auf den Tivoli. Am Zelt hat sich seitdem aber nicht viel geändert, einzig die „Haut“ sei etwas dicker geworden, so Zeltmeister Paolo Eve. „Was sich ändert, ist die Show.“

An zwölf Terminen wird die Kölsch-Akrobatik-Mischung in Aachen präsentiert. Der Vorverkauf laufe bisher sehr gut, berichtet Thomas Merz, sichtlich ohne Verwunderung: „Hier gibt es unwahrscheinlich viele Roncalli-Fans und ebenso viele Höhner-Fans.“ Für einige Shows gebe es aber noch Karten — unter anderem beim Kundenservice des Medienhauses Aachen am Elisenbrunnen oder im Verlagsgebäude an der Dresdener Straße.

Acht Tage wird aufgebaut, der Abbau geht schneller: Gerade einmal zwei Tage dauert es im Anschluss an die Vorstellungen, bis das blau-weiße Zelt wieder spurlos verschwunden sein wird. Um es dann in Koblenz erneut aufzubauen.

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