Der richtige Dreh beim Tischfußball: Beim Kicker ist der Benefizgedanke der große Sieger

Der richtige Dreh beim Tischfußball : Beim Kicker ist der Benefizgedanke der große Sieger

„Wir starten mit einer Summe in Höhe von 17.000 Euro“, strahlte AOK-Regionaldirektor Waldemar Radtke lange bevor der erste Ball ins Feld gerollt wurde. Startgelder der Teams sowie Spenden der Freunde und Förderer der Aachener Hospizstiftung sorgten bereits vor dem Anpfiff für fröhliche Gesichter beim Gastgeber.

Am Ende standen dann dank Spenden auf der Schlussgeraden sogar 18.000 Euro, die die Arbeit der Hospizstiftung und des neueren Aachener Hospizes am Iterbach erleichtern.

Das Benefiz-Kickerturnier der AOK, das zum vierten Mal ausgetragen wurde, hat sich zum Selbstläufer gemausert und nun insgesamt mehr als 50.000 Euro eingespielt. Eine erste Schallmauer. Bei der Premierenveranstaltung vor vier Jahren konnte Radtke 26 Mannschaften an den Bundesliga-Kickertischen begrüßen, am Samstag tummelten sich fast 60 Teams im großen Foyer der AOK am Aachener Markt. „Um halb elf war der Saal schon fast voll, das finde ich herrlich“, staunte Radtke ob des ambitionierten Engagements der Teilnehmer.

Die Beliebtheit dieses Turniers konnte stetig gesteigert werden, so dass man mittlerweile durchaus an die Kapazitätsgrenzen stößt. Auch deshalb empfahl der Hausherr eine zügige Anmeldung für den fünften Wettbewerb im kommenden Jahr. „Zum kleinen Jubiläum lassen wir uns noch ein paar Schmankerl einfallen“, versprach er Spannendes für den 29. Februar 2020 und stellte noch einmal den emotionalen Wert der Veranstaltung ins Schaufenster. „Spielend helfen“, so das Motto dieses Tages, bei dem alle eingenommenen Gelder eins zu eins an das Hospiz am Iterbach weitergegeben werden, und das dank zahlreicher Helfer und Sponsoren, die das hohe bürgerliche Engagement unterstreichen bei einem Thema, das vielen Menschen noch immer nicht leicht über die Lippen geht.

Entspannt einem Tabu-Thema nähern

Der Tod und der Weg dorthin ist immer noch ein Tabu-Thema, zumindest aber mit einem flauen Gefühl behaftet. Veranstaltungen wie das Kickerturnier helfen also doppelt: Einmal holen sie diesen Abschnitt des menschlichen Lebens ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, andererseits sorgen sie durch große Spendensummen für ruhigere Nächte bei den Hospiz-Verantwortlichen

Und für pralles Leben am Veranstaltungstag. Die Arena brodelte schon am frühen Morgen. An zehn Bundesliga-Kickertischen spielten sich die Teilnehmer seit dem frühen Morgen warm, und als Boris Bongers, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Hospizstiftung, die Mannschaften gemeinsam mit Radtke begrüßte, waren schon manche Schweißtropfen geflossen. Das steigerte sich noch, als das Aufwärmen durch MedAix absolviert war, kräftig unterstützt von der Band Aix Five. Stammgast Hubert vom Venn nahm die Spieler und Zuschauer kurz noch mit auf einen Ausflug in die Vereinsniederungen der Eifel, und schon ging es los.

Rechtzeitg anmelden

In zwei Teilnehmerfeldern wurden bis zum späten Nachmittag die Sieger ermittelt, doch die eigentlichen Gewinner standen ja sowieso schon vorher fest. Die Profi-Kickerspieler erkannte man an Trikots und Gelenkstützen, die Hobbyspieler am verkrampften Gesichtsausdruck, aber Spaß hatten sie alle. „Uns freut besonders, dass trotz Konkurrenzgedanken alle 15 Krankenhäuser und viele Sanitätshäuser der Region mitmachen“, zeigte Radtke sich vom Fairplay-Gedanken angetan und dankte allen Sponsoren für ihre Unterstützung. Nobis sorgte für das leibliche Wohl und Café & Bar zuhause für die Bewirtung, für Verpflegung war also gesorgt. Und wenn die kommenden Turniere ebenfalls wieder so toll angenommen werden, dürfte die nächste finanzielle Schallmauer schnell durchbrochen werden.www.hospizstiftung-aachen.de

Mehr von Aachener Nachrichten