Aachen: Beim Drachentreffen segeln Printen per Fallschirm nieder

Aachen : Beim Drachentreffen segeln Printen per Fallschirm nieder

Tolle Luftnummern beim Drachentreffen in Orsbach

Allerhand Monster trieben am Wochenende ihr Unwesen hoch im Aachener Himmel: große Fabelwesen, riesige Pandas, gigantische Vögel sowie eine Vielzahl gelber Entchen. Zum Glück waren es liebe Ungeheuer. Sie bissen nicht, sie schwebten nur — und manche schleuderten sogar Printen gen Boden.

Kein Wunder, dass unten zahlreiche Kinderarme ungeduldig nach den begehrten Leckereien griffen. Zum 21. Mal fand das Drachentreffen „Öcher Printen lernen fliegen“ der Drachenfreunde Euregio in Orsbach statt.

Also doch keine Monster, nur aufwendig verzierte Flugdrachen. „Jetzt gehen auch mal die riesigen Sachen hoch, die sonst immer nur herumliegen“, bemerkte eine Frau, als sie ihren Blick auf die große Wiese richtete. Denn anders als im vergangenen Jahr war zu wenig Wind diesmal kein Problem — eher im Gegenteil. „Drachenflieger brauchen eine Windstärke zwischen zwei und vier Beaufort. Momentan geht sie darüber hinaus“, erklärte Organisator Robert Zeius.

Starker Wind

Zwar hielt es die meisten Exemplare in der Luft, wirklich angenehm war es für die Besucher aber nicht. Die Temperaturen niedrig, der Wind dazu kräftig — Handschuh- und Mützenwetter könnte man sagen. Auch der Aufbau der Zelte gestaltete sich im Vorhinein problematisch. „Da ist mir kein Wind lieber“, meinte Zeius. Immerhin funktionierte dafür die Drachenfähre wieder, die rund 1200 Nobis-Printen per Fallschirm abwarf. Im vergangenen Jahr mussten die Tütchen noch per Hand verteilt werden.

So waren es letztlich hunderte Dracheninteressierte und Familien, die sich am Samstag und Sonntag auf den Weg nach Orsbach machten. Dort konnten die kleinen Gäste zum Beispiel ihre eigenen Drachen verzieren und anschließend in die Höhe halten. Stolze 350 Stück hatten die Veranstalter mühselig vorbereitet. Zum Glück, denn gleich zu Beginn avancierte die Drachenwerkstatt mal wieder zum Renner.

Insgesamt 8000 Euro konnten bei dem Event im vergangenen Jubiläumsjahr, dem bisher erfolgreichsten, gesammelt werden. „Wir haben aber nicht den Biss, das jetzt jedes Mal zu toppen“, erläuterte Zeius. Traditionell werden die Drachenfreunde alle Einnahmen — ob aus Ballonverkauf, Spendengeldern oder Sonstigem — der Kinderkrebsstation der Aachener Uniklinik überreichen.

Von einem Klein-Event lässt sich inzwischen jedenfalls nicht mehr sprechen, vielmehr hat sich das Drachentreffen zu einer internationalen Veranstaltung entwickelt. Ohne die Hilfe weiterer Vereine wäre das nicht möglich, so Zeius. Zum Beispiel brachte auch John Wachelder aus Heerlen seinen Drachen mit. „Es ist für uns ein Heimspiel. Normalerweise müssen wir immer über 100 Kilometer fahren“, erzählte er. Ursprünglich hatte Robert Zeius derweil geplant, dass die 20. Ausgabe des Drachentreffens auch die Letzte sein würde. Wegen der zunehmenden Beliebtheit und der vielen Helfer war das jedoch keine Option. Nun verkündete er sein neues Ziel: „Die 25.“

(jot)