1. Lokales
  2. Aachen

Neue Corona-Schutzverordnung: Bei der Testgebühr wird’s kompliziert – was Sie nun wissen müssen

Neue Corona-Schutzverordnung : Bei der Testgebühr wird’s kompliziert – was Sie nun wissen müssen

Ab Freitag, 1. Juli, müssen viele Menschen für Corona-Schnelltests mindestens drei Euro oder sogar den normalen Tarif in den Testzentren berappen. Allerdings gibt es eine Fülle von Ausnahmeregelungen.

Während die Menschenschlangen vor den Aachener Testzentren dieser Tage eher überschaubar bleiben, hat so mancher seine liebe Mühe, angesichts der brandneuen Bestimmungen in Sachen Schutzverordnung gegen das Coronavirus durchzublicken. Fakt ist: Ab Freitag, 1. Juli, ist der obligatorische Antigen-Abstrich längst nicht mehr in allen Fällen kostenlos zu haben. Wer keine besonderen Umstände geltend machen kann, zahlt ab sofort drei Euro oder gegebenenfalls sogar den marktüblichen Tarif von etwa zehn Euro. Ein Überblick.

Anspruch auf kostenlose Bürgertests haben ab sofort nur noch Kinder unter fünf Jahren, Personen, die sich aus medizinischen Gründen oder wegen einer Schwangerschaft nicht impfen lassen können, sowie Personen, die zum Zeitpunkt der Testung an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen, ferner alle, die sich nach einer Quarantäne freitesten lassen wollen, sowie Besucher, Bewohner und Patienten von Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen, Seniorenheimen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen für ambulante Operationen, Dialysezentren, ambulanten Diensten, Tageskliniken und ambulanten Hospizdiensten. Überdies gilt die Befreiung für Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines persönlichen Budgets nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuchs Hilfs- oder Pflegekräftige beschäftigen, sowie pflegende Angehörige und Haushaltsangehörige von nachweislich Infizierten.

Anspruch auf eine Bürgertestung mit Zuzahlung von drei Euro hat im Übrigen nur, wer noch am selben Tag eine Veranstaltung in einem Innenraum, wie etwa eine Theateraufführung, besuchen will oder aktuell im Kontakt mit einer Person ab 60 Jahren oder Risikopatienten steht. Außerdem kann eine Corona-Warnung per App geltend gemacht werden.

Die Antwort auf knifflige Frage, wie all dies im Einzelfall nachgewiesen werden soll, ist auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums nachzulesen. Grundsätzlich gilt: Man muss sich bei der Teststelle ausweisen und einen konkreten Nachweis erbringen. Bei Kleinkindern ist das die Geburtsurkunde oder der Kinderreisepass, bei Schwangeren der Mutterpass. Wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, muss ein ärztliches Zeugnis im Original vorlegen. Wer an einer Impfwirksamkeitsstudie teilnimmt, erhält einen Nachweis bei den Verantwortlichen der Studie. Wer sich freitesten will, legt den PCR-Test vor, gleiches gilt für Haushaltsangehörige von Infizierten, die zudem einen Nachweis für die übereinstimmende Wohnanschrift benötigen.

Bei Besuchen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern kann ein kostenloser Test vor Ort gemacht werden oder der Besuch wird der Teststelle gegenüber „glaubhaft gemacht“. Dafür gibt es ein Musterformular auf der Ministeriums-Homepage.

Pflegende Angehörige müssen glaubhaft machen, dass sie einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegen. Doch auch für Bürgertests mit Eigenbeteiligung von drei Euro ist ein Nachweis des Anspruchs notwendig. Das geht laut Ministerium mit der Eintrittskarte für eine Veranstaltung, mit dem Vorzeigen der Corona-Warn-App oder bei Kontakten mit Risikopatienten mit einer Selbstauskunft, die auf einem Formblatt festgehalten wird.

Dort ist ebenfalls nachzulesen, dass Menschen mit einschlägigen Krankheitssymptomen sich weiterhin durch Hausärzte oder Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes testen lassen können. Die Abrechnung erfolgt dann über die Krankenkassenkarte.

Weiterhin gilt zudem Maskenpflicht im ÖPNV. Außerdem ist die Maske in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sowie in Obdachlosen- oder Flüchtlingsunterkünften zu tragen. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen dürfen nach wie vor nur mit einem aktuellen negativen Testnachweis betreten werden. Auch die bisher geltenden Testpflichten für Beschäftigte sowie bei Neuaufnahmen werden fortgeführt. Ausnahmen kann es für Krankenhausambulanzen geben, die wie Arztpraxen geführt werden und vom sonstigen Klinikbetrieb organisatorisch und räumlich hinreichend getrennt sind.

Die Regelungen zur Isolierung bei einem positiven Coronatest bleiben ebenfalls unverändert. Die aktuellen Verordnungen sind auf der Seite des NRW-Gesundheitministeriums abrufbar unter https://www.mags.nrw/coronavirus-rechtlicheregelungen-nrw.

Am Donnerstag hat das Robert-Koch-Institut für die Städteregion Aachen eine Inzidenz von 708 ausgewiesen.

(red)