Aachen: Bei der Premiere von Flic Flac in Aachen ist Perfektion das Ziel

Aachen: Bei der Premiere von Flic Flac in Aachen ist Perfektion das Ziel

Wenn Nicolai Kuntz am Donnerstag über den Bendplatz läuft, dann hat er seine Augen überall. Alles muss sitzen, jede Leitung verlegt und jeder Anschluss an der richtigen Stelle sein. Jetzt darf nichts mehr schiefgehen, denn am Abend wird um 20 Uhr die Premiere von „Farblos“ gefeiert. Und Kuntz‘ Anspruch für das Aachener Debüt von Flic Flac ist Perfektion.

Der 25-jährige Nicolai Kuntz ist technischer Leiter bei Flic Flac. Er ist verantwortlich für Strom und Wassereffekte. Allein 70 Scheinwerfer werden am Abend leuchten, vier sogenannte Verfolger, also Scheinwerfer, die händisch auf die Artisten gerichtet werden, müssen einsatzbereit sein, Wasser aus einem 2000-Liter-Tank wird bei zwei Nummern von der Decke regnen, und insgesamt werden rund 360 Lichteinstellungen nacheinander ablaufen. Und bei alldem hat er ein Credo: „Bei der Technik muss man darauf achten, dass man nichts vergisst“, sagt er.

Der 25-Jährige muss dafür einiges im Kopf behalten. Schließlich haben 46 Auflieger (siehe Infobox) in den vergangenen Tagen das Material für den Zeltaufbau und die Technik gebracht. Es hat rund 28 Stunden gedauert, bis alles an Ort und Stelle war. 35 Arbeiter und sieben Requisiteure haben dafür tagelang geackert. Am vergangenen Freitag wurden bereits die großen Masten aufgestellt, seit Dienstag wurde am Zelt gewerkelt.

Und Dienstagnachmittag wurden die Scheinwerfer an die Traversen befestigt, die mechanischen, kreisrunden Träger. Zudem müssen sie alle verkabelt werden, damit die Artisten bei ihrem Auftritt entsprechend ins richtige Licht gerückt werden können. „Viele mögen blau, orange oder weiß“, sagt Kuntz. Allerdings muss am Ende ein rundes Gesamtprogramm entstehen, bei dem sich die Farben bei allen 18 Nummern immer mal wieder ändern.

Wie der junge technische Leiter da den Überblick behält? „Erfahrung macht es aus“, sagt er. Er ist ein Zirkuskind durch und durch, ist bei Flic Flac sozusagen großgeworden. Vor einigen Jahren hing er noch selbst am Trapez, war Artist. Doch weil nicht jedes Jahr dieselben Nummern aufgeführt werden, hat er nun einen anderen Job. Und den macht er laut Geschäftsführer Uwe Struck auch richtig gut.

Nur den „Stadtstrom“

Das Wichtigste am Donnerstag wird für Kuntz die Feinarbeit sein. „Die einzelnen Lichtbilder sind alle vorprogrammiert, das war einige Tage Arbeit. Aber jetzt verbringen wir etliche Stunden mit der Korrektur“, sagt er. Jede Stadt sei anders, jedes Licht und jeder Ort. Alles muss nun noch einmal neu abgestimmt werden. Elf Menschen werden dann bei der Aufführung im Hintergrund arbeiten — und Nicolai Kuntz wird wieder ein Auge auf das Geschehen haben. Vorher, währenddessen und hinterher. Von Aachen braucht er dafür nur den „Stadtstrom“, wie er sagt. Und ein begeistertes Publikum.

Dennoch: „Vor der Premiere ist man immer ein bisschen nervös.“ So wie vermutlich auch die 35 Artisten aus neun Nationen, die am Donnerstagabend waghalsige Nummern aufführen werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Flic Flac ist in der Stadt: Premiere auf dem Bendplatz

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