Aachen: Bei der Oecher Penn feiern die Herren als „Mannslü ejjen Höll“

Aachen: Bei der Oecher Penn feiern die Herren als „Mannslü ejjen Höll“

Bei so viel Stimmung in der Hölle will doch keiner mehr in den Himmel! Alles stimmte mal wieder bei der Herrensitzung der Oecher Penn, die in der Kappertzhölle in Rothe Erde über die Bühne ging. Ging? Quatsch, tobte!

Erschrocken waren die Herren, die nach sechs Stunden Sitzung auf ihre Uhren starrten und es nicht fassen konnten, dass schon Viertel des Tages vorüber waren. Für denjenigen, der das erste Mal bei der Penn-Herrensitzung war, weil er so viel Glück hatte, eine Eintrittskarte für die schon weit im voraus stets ausverkaufte Hölle bekommen hatte, war diese Sitzung ein absoluter Glücksgriff. Das ist Fastelovvend pur, was die Penn da bietet, und — obwohl es eine Herrensitzung ist — wird nie unter die Gürtellinie gezielt. Während im Saal sich kein weibliches Wesen aufhalten darf, waren sie auf der Bühne die Stars. Das Herrenherz erfreut sich mächtig an den Tänzerinnen von TN-Boom und denen der Grün-Weißen Funken vom Zippchen aus Köln.

Penn-Kommandant Jürgen Brammertz und seine Kommandantur-Kollegen Georg Cosler (der Programmmacher) und Michael Peltzer führten als Engelchen absolut gekonnt durchs Programm, ihnen zur Seite standen drei kleine Teufelinnen, nett anzusehen und stets auf dem Quivive. Viel Musik, aber auch Wortbeiträge heizte den Männern ein, von der zweiten Hälfte an standen viele der Hunderten schon auf den Bänken, die Stimmung ließ sie nicht los, zeitweise war Ballermann angesagt. Das Bier floss in Strömen, Wirt Peter Kappertz ist eben ein Weltmeister im Zapfen. Fast alle Programmpunkte erwiesen sich als Lotteriegewinn, der eigentliche Star ist aber das Ambiente, dass so nur in der Kappertzhölle zu finden ist. Deshalb hat die Veranstaltung auch den Namen „Mannlü ejjen Höll“. Weiter so, Oecher Penn!

Nur ein paar Stunden war es her, dass der Karnevalsprinz Bernd I. proklamiert war. Noch weit nach Mitternacht feierten er, sein Hofstaat und die Narren im Eurogress. Doch die Oecher Spritzemänner sind schon früh an diesem Sonntagmorgen unterwegs, schließlich nehmen sie am Dienstag um Punkt 11.11 Uhr Einzug in ihr Narrenquartier, den Kurparkterrassen im Burtscheider Kurpark. Der Verein hat 30 aktive Mitglieder. Zu der traditionellen Standquartiereröffnung, die schon seit über 30 Jahren stattfindet, waren den Spritzemännern bei ihrer Tour durch die Burtscheider Innenstadt viele Karnevalisten gefolgt.

Auch drinnen, im Glassaal warteten schon die Narren, um mit den jecken Feuerwehrleuten, den Menschenkinder die Trübsal zu löschen. Nur kurze Zeit später war der ganze Saal voll besetzt. „Wir feiern heute mit unseren befreundeten Vereinen“, sagte Programmgestalter Axel Wichterich. Mit dabei waren unter anderem die Horbacher Freunde und die Burtscheider Lachtauben 1952. Außerdem kamen aus Belgien der schon im Öcher Fastelovvend fest etablierte junge Sänger Nicolas Meessen, sowie der Stimmungssänger Hans Montag und de Pöngche.

Jecke Betriebssportler

Neä, wat es dat schönn! Das eigene Städtchen in den höchsten Tönen zu huldigen macht dem Öcher einfach Spaß Und wo, wenn nicht im Fastelovvend werden die Lieder über die ehemalige Kaiserstadt aus voller Brust mitgesungen? Das wussten auch „De Pöngche“, die die 80. Karnevalssitzung des Betriebssport-Verbandes eröffneten. Dirk Chauvistré und Ulrich Havermann haben bekannte Lieder neu getextet und so für Schunkelstimmung bereits am Anfang gesorgt. „Hoffentlich fluppt dat“, so Chauvistré angesichts der Tatsache, der „Icebreaker“ des Abends zu sein. Aber keine Sorge, es hat alles gefluppt. Auch bei Werner Heck dem „Hühldöppe“ aus Bütgenbach lief es wie am Schnürchen. Obwohl oder vielleicht auch grade wegen seiner Zungenbrecher, die beim Publikum für pausenloses Lachen sorgten. Denn die Geschichte von „Barbaras Rhabarberkuchen, den sie an drei Barbaren verkauft“ ist definitiv eine sprachliche Herausforderung.

Dann wurde es laut auf der Bühne im Ellerhof. Die KG Horbacher Freunde marschierten mitsamt ihrer Showtanztruppe „Friends of Fantasy“ ein, die in aufwendigen Kostümen eine Choreographie über die Vielfalt der Stadt zeigten. Ehrenvorsitzender Hubert Baltussen verfolgte das Geschehen mit einem Hauch von Melancholie, weil es die letzte Sitzung im Ellerhof war. Dieser wird nämlich am 8. März abgerissen, da sich kein neuer Besitzer finden ließ. Wo ihre Sitzungen dann stattfinden werden, ist noch unklar. Die 4 Amigos waren mal wieder die Stars des Abends. Sie sorgen für Stimmung und ein mitsingendes Publikum. Ein weiterer Höhepunkt waren die Brander Stiere mit ihrem Bürgerprinzen Walter II.

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