Aachen: Bei Bauvorhaben hat die Stadt Aachen vier neue Berater

Aachen : Bei Bauvorhaben hat die Stadt Aachen vier neue Berater

68 Sitzungen, 320 Projekte und 270 Stunden zum Teil knochentrockene Arbeit hat der Architektenbeirat in den vergangenen sechs Jahren zum Wohle des Aachener Stadtbilds hinter sich gebracht. Jetzt ist Zeit für einen Wechsel.

Die Diplomingenieure Ursula Wilms und Reinhard Lepel, Prof. Christian Raabe sowie Prof. Christa Reicher werden am 19. März als neue Mitglieder gewählt. Erst dann wird auch entschieden, wer neuer Vorsitzender werden wird.

Der Architektenbeirat wurde bereits in den 1950er Jahren geschaffen. Er berät die Stadt bei Bauvorhaben, die für die Qualität des Aachener Stadtbildes von Bedeutung sind. Das Spektrum reicht von städtebaulich bedeutenden Großvorhaben bis hin zur Schließung einer kleinen Baulücke in der Innenstadt. Dabei hat er in der Vergangenheit nicht immer bequeme Positionen bezogen, wie Martin Fauck, Fachbereichsleiter Bauaufsicht der Stadt Aachen, ausführte, als der Beirat zu einer kleinen Feierstunde in Haus Löwenstein zusammenkam. Dort verabschiedete er seine alten Mitglieder und begrüßte die neuen. Die ehemalige Baudezernentin Gisela Nacken habe immer großen Wert auf die Stellungnahme des Beirates gelegt, lobte Fauck dabei die gute Zusammenarbeit.

Sein Dank galt den scheidenden Mitgliedern, die ehrenamtlich viel Zeit, Mühe und Nerven in ihre Aufgabe gesteckt hätten. Und der scheidende Vorsitzende Hans-Dieter Collinet habe die Arbeit des Beirates in besonderer Weise gelebt und geprägt. Collinet erinnert sich offensichtlich gern an die Jahre als Vorsitzender des Beirats. Besonders stolz sei er auf die Gestaltung der Krefelder Straße, betonte er. „Dort hat es in den letzten zehn Jahren eine unglaubliche Entwicklung gegeben. Und auch die viel kritisierte Brücke macht heute Sinn“, sagte er.

Dennoch ist er offensichtlich nicht mit allen Projekten zufrieden, über die der Beirat in der Vergangenheit gebrütet hat. Bei der neuen Kita auf dem Campus Melaten seien ihm die weißen Kunststofffenster unangenehm aufgefallen. Ein Stilbruch mit Blick auf die Architektur des Gebäudes, wie er meint. „Die Arbeit der vergangenen Jahre war oft mühsam, aber dennoch erfreulich“, so Collinet. Und abgesehen von einer Ausnahme habe es im Abstimmungsgremium immer einen Konsens gegeben.

Laut Martin Fauck hat sich die Arbeit der vergangenen Jahre vor allem auf drei Bereiche zentriert. Auf die Innenstadt insbesondere unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, auf die Haupteinfallsstraßen mit besonderem Blick auf die Krefelder Straße und auf die Campus-Entwicklung.

Der Beirat hat sieben stimmberechtigte Mitglieder, die maximal sechs Jahre im Amt bleiben dürfen. Sie werden alle zwei Jahre wiedergewählt. Gemeinsam mit dem scheidenden Vorsitzenden Hans-Dieter Collinet, Ministerialdirigent a.D., verlassen auch Günter Helten, Fred Humblé sowie Prof. Frank Hausmann das Gremium. Neben den sieben freiberuflichen Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten sitzen auch sachkundige Vertreter der Politik, die zuständigen Beigeordneten und Vertreter der Fachverwaltung im Beirat. Sie sind aber nicht stimmberechtigt.