Aachen: Beginenstraße: Elternprotest gegen das Aus

Aachen: Beginenstraße: Elternprotest gegen das Aus

„Vier Förderschulen sind zu viel”, sagt Rolf Heß-Batteiger. Da gibt es für den Schulpflegschaftsvorsitzenden der Förderschule Beginenstraße, kein Vertun. Warum nun aber gerade der Standort Beginenstraße von der Schließung bedroht ist, kann er überhaupt nicht nachvollziehen.

Wie berichtet, wird derzeit erstmals ein Schulentwicklungsplan für die städtischen Förderschulen aufgestellt. Im Entwurf schlägt die Verwaltung vor, zwei der vier Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen zu schließen. Derzeit gibt es an den vier Schulen insgesamt nur noch 349 Schüler.

Die Schulen Am Kurbrunnen und Beginenstraße sollen nach den Vorstellungen der Verwaltung im Sommer aufgegeben werden, alle verbleibenden Schüler sollen auf die Schulen Am Rödgerbach und Am Kennedypark wechseln.

Im Namen der Eltern an der Beginenstraße protestiert Rolf Heß-Batteiger energisch gegen diese Planung. Mit 100 Schülern, argumentiert er, habe die Beginenstraße derzeit die größte Schülerzahl der vier Schulen. Der Rückgang der Schülerzahlen sei dort zudem weniger massiv als an anderen Schulen. „Immer wird der Elternwille propagiert”, stellt er fest, „aber im Konzept für die Förderschulen fehlt er.”

Auch das alte Schulgebäude von anno 1898 spreche nicht gegen eine Erhaltung der Schule Beginenstraße, argumentiert Rolf Heß-Batteiger. „Unsere Schule ist das älteste Gebäude.” Aber im Haus sei fortlaufend saniert worden.

Das Gebäudemanagement indes bewertet die Bausubstanz an der Beginenstraße als die schlechteste der vier Förderschulgebäude: „Es ist zukünftig ein hoher Sanierungsaufwand erforderlich.” Auf diese fachliche Einschätzung beruft sich auch Elke Münich, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule.

Die Schülerzahlen sprechen aus ihrer Sicht eine deutliche Sprache. „Wir haben an allen vier Schulen zu wenig Schüler. Keine der Schulen ist allein noch existenzfähig. Das zwingt uns zum Handeln.” Im Vorfeld habe es auch ein „gutes Gespräch” mit allen Schulleitungen gegeben, betont Münich: „Die Schulleitungen wollen jetzt eine Entscheidung.”

Für die Empfehlung an die Politik habe man unter anderem Größe und Zustand der Gebäude sowie freie Kapazitäten betrachtet. „Und wir haben uns angesehen, wie viele Fördermittel in den Schulen stecken.” Hier hat die Stadt auch Bindungsfristen zu beachten.

Aus Sicht der Eltern spricht auch die Erreichbarkeit für den Erhalt der Schule Beginenstraße. „Von der Innenstadt aus sind wir in fünf Minuten zu Fuß zu erreichen”, rechnet der Sprecher der Elternvertretung vor. „Wir haben eine funktionierende Schule, ein sehr engagiertes Kollegium und eine engagierte Schulleitung”, betont Rolf Heß-Batteiger. All das will er auch jenen städtischen Schulpolitikern vortragen, die sich am heutigen Donnerstag vor Ort ein Bild machen wollen. Allerdings fragt er: „Warum spricht man erst jetzt mit uns Eltern?” Der Schulpflegschaftsvorsitzende ist überzeugt: „Wir haben gute Argumente, die gegen eine Schließung der Beginenstraße sprechen.” Am Donnerstag, 10. Mai, befasst sich ab 17 Uhr der Schulausschuss mit dem Entwurf des Schulentwicklungsplans für die Förderschulen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Verwaltungsgebäude Mozartstraße.

Zur Frage einer möglichen Schulschließung werden auch die Schulkonferenzen gehört. Die Entscheidung über die Zukunft der vier Förderschulen Lernen trifft letztlich der Stadtrat.

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