Aachen: „Beer Brothers“: Preisgekrönte Doku über Aachener Brauer

Aachen : „Beer Brothers“: Preisgekrönte Doku über Aachener Brauer

„Das Thema berührt einen als Aachener ganz besonders“, sagte der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis bei der Premiere des Films „Beer Brothers“ im Apollo-Kino. Die ehemalige Degraa-Brauerei in der Königsstraße ist auch heute noch vielen ein Begriff. Doch während Helmut Schwichtenberg versucht, der alten Marke in Aachen neuen Glanz zu verleihen, bringt sein Bruder René die Bierkultur nach China.

Denn dort stehen deutsche Gemütlichkeit und Oktoberfest offensichtlich ganz hoch im Kurs. „Trotzdem ist es nicht ganz leicht, dort deutsche Braukunst zu installieren“, erzählt René. „Die chinesische Mentalität ist ganz anders, und da muss man auch mal fünfe grade sein lassen.“

Alles in allem macht René aber gerade den Job, den er machen will, auch wenn in seinem Herzen der Gedanke von der Rückkehr nach Deutschland wurzelt. Irgendwann einmal zumindest. Doch Deutschland scheint für Braumeister ein schwieriges Pflaster zu sein. Helmut jedenfalls hat mit seiner Idee, das alte Aachener Degraa in der eigenen Brauerei neu aufzulegen, nicht sehr viel Erfolg. Aber er kämpft weiter, auch wenn die Bank ihm kein Geld gibt. Er lässt das Degraa in einer anderen Brauerei nach seinem Rezept herstellen und abfüllen, und bringt es selber in den Verkauf.

Doch der große Durchbruch bleibt aus. „Wir wussten nicht, wie der Film ausgehen würde“, erzählt Filmemacher Michael Chauvistré im Anschluss. Er und Miriam Pucitta haben die beiden Bierbrauer über Jahre begleitet und für alle Beteiligten auf ein Happy End gehofft.

Während Helmut in Aachen noch immer von einer eigenen Brauerei träumt, installiert sein Bruder René in China mit „großer Gelassenheit“ eine Brauerei nach der anderen. Die nötigen Braumeister holt er sich aus Deutschland, junge Hochschulabsolventen, die in China ihre Chance sehen. Die Kamera begleitet die Brüder bei ihren Aktivitäten. Laut Michael Chauvistré verbindet ihn eine verwandtschaftliche Beziehung mit den Schwichtenbergs, und deshalb machte er sich mit Miriam Pucitta auf den Weg, um zu sehen, was sie in China treiben. Auch Helmut war dort tätig, bis er nach Deutschland zurückkehrte, um seinen Traum vom eigenen Bier zu verwirklichen.

„Der Film ist ein ganz spezielles Thema der Kultur- und Wirtschaftsgeschichte unserer Stadt“, urteilte Karl Schultheis bei der Premiere. Und bei den Biberacher Filmfestspielen wurde „Beer Brothers“ Ende 2016 als bester Dokumentarfilm mit dem Doku-Biber ausgezeichnet.

Großes Interesse in Aachen

Möglich wurde der Film aber nur Dank der Filmförderung durch das Land NRW und der finanziellen Unterstützung durch das ZDF, führte Chauvistré aus. Und das Interesse des Aachener Publikums war groß. Der Saal im Apollo war so gut wie voll besetzt, und die anschließenden Fragen der Zuschauer verrieten großes Interesse am Schicksal der beiden Brüder, denen die Braukunst offensichtlich schon in die Wiege gelegt worden war.

Weitere Vorstellungen im Apollo an der Pontstraße am Freitag, 20. Januar und am Sonntag, 22. Januar, jeweils um 18 Uhr.

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