Aachen: Bauvorhaben Champierweg: Stadtnahes Quartier in grüner Umgebung

Aachen : Bauvorhaben Champierweg: Stadtnahes Quartier in grüner Umgebung

Mit großem Interesse, das teils wohlwollend teils skeptisch ausfiel, fanden sich mehr als 50 Bürger im Foyer des Verwaltungsgebäudes „Am Marschiertor“ zusammen. Die Stadtverwaltung hatte abends zu einer Bürgerinformation zum Bauvorhaben Soerser Weg/Champierweg eingeladen. Hier sollen etwa 40 bis 60 Wohneinheiten entstehen.

Im Dreieck zwischen Purweider Feld, Talbothof, dem angrenzenden Champierweg und dem Soerser Weg am Fuße des nordwestlichen Lousbergs liegt das großteils unbebaute Grundstück einer Gärtnerei. Ein Glücksfall für die Planer, wie die Stadt und die Vertreter der Investoren meinen. Denn die künftige Brache der alten Gärtnerei mache es möglich, das ambitionierte Bauvorhaben im Rücken der begehrten Wohnlage Soerser Weg in Schritten beginnen zu können.

Stich- und Ringstraße

Stadtplaner Klaus Winterberg (3D-Architekten) gab einen Überblick über die momentane Planung eines nicht genannten Investors, der dort auf einer Fläche von 3,9 Hektar bauen möchte. Davon entfallen 2,65 Hektar auf das Gärtnereigelände, dessen Zufahrt vom Soer­ser Weg aus für das komplette Gelände bleiben soll. Die bereits vorhandene Stichstraße könne von jetzt 5,50 Meter bis auf acht Meter verbreitert werden und soll als für Fußgänger und Autos gemischte Verkehrsfläche angelegt werden. Die Stichstraße mündet am Ende in eine Ringstraße, es entsteht ein Quartier mit „Platzcharakter“, das zusätzlich noch durch eine zweite Ringstraße erweitert werden kann.

Entlang der neuen Straßen sollen zwei bis dreistöckige Häuser auf Grundstücksgrößen von mindestens 300 Quadratmetern für eine Doppelhaushälfte und zwischen 550 bis 1000 Quadratmeter für allein stehende Einzelhäuser bereitgestellt werden, alles relativ große Grundstücke, um den Grüncharakter des Gebietes zu erhalten. Dazu sollen „wenige“, wie es in der Planungsbeschreibung heißt, „zwei- bis dreigeschossige“ Mehrfamilienhäuser mit drei bis fünf Wohneinheiten kommen, die eine „höhere Verdichtung“ mit sich bringen. Entlang des Champierwegs, der ebenfalls zu einem öffentlichen Fußweg verbreitert werden soll, muss ein etwa 35 Meter breiter unbebauter Streifen erhalten werden, der die bestehende Kaltluftschneise sichern solle.

Hier gab es erste Kritik unter anderem vom Sprecher des Soerser Forums, Hans-Karl Rouette, der darauf hinwies, dass eine solche Schneise etwa 50 Meter breit sein solle. Kritik auch an der Lage des Spielplatzes. Er soll im nördlichen Bereich, Ecke Champierweg/Soerser Weg, platziert werden. Hausbesitzer wünschen hier, dass der Spielplatz weiter weg gerückt wird, damit ihre Grundstücke eventuell von hinten erschlossen werden können. Denn die Planung sieht auch vor, dass die Grundstücke 31 bis 37 des Soerser Weges rückwärtig bebaut werden können.

Fundamentale Kritik äußerte der am Lousberg ansässige Umweltfachmann Dietmar Spiegel, der das Bauvorhaben als unangemessen und mit der nördlichen Hanglage als nicht landschaftsgerecht bezeichnete. „Wir kriegen hier nur nasse Gärten“, sagte er. Das sahen die Planer anders, man habe die Baukörper so gelegt, dass später genügend Lichteinfall vorhanden sei. Eine Bürgerin äußerte die Sorge, dass die dreistöckige Bauweise mit ihren möglichen Dachaufbauten eventuell doch eine viergeschossige werde — und in der Hanglage am Lousberg zu großen Verschattungen der bestehenden Bebauung führe. Die Anregungen der Bürger wurden aufgelistet und gehen nun in die Beratungen ein.