Aachen: Baumesse in der Soers: Beraten, geworben und gefeilscht

Aachen : Baumesse in der Soers: Beraten, geworben und gefeilscht

Keine schlechte Quote: Vier komplette Neubau-Aufträge hat Christine Brandenburg in den letzten sechs Jahren dank der Aachener Baumesse an Land gezogen. Aufträge, die sie ohne die Messe nicht akquiriert hätte. In den CHIO-Hallen, wo sonst Ross und Reiter dominieren, baut die Monschauerin Bauunternehmerin alle Jahre wieder ihren Stand auf. Von dem Nutzen des Standes ist sie überzeugt — die guten Erfahrungen und Zahlen sprechen dafür.

„Hier muss man präsent sein, sich zeigen. So kommt Kontakt zu den Leuten zustande.“, erklärt ihr Mann den Zweck der Messe.

Den Brandenburgs geht es wie den meisten der anderen 130 Aussteller der Euregio-Messe: Verkauft wird an diesem Wochenende wohl kaum etwas, aber es wird fleißig geworben, erklärt, beraten und gefeilscht. Häufig komme es sogar vor, dass Kunden sich noch zwei oder drei Jahre nach der Messe an das Unternehmen und ihr Angebot erinnern, so Brandenburg.

Aber rund 1000 Euro bloß für den Wiedererkennungswert? Über 100 Euro pro Quadratmeter für die potenzielle Chance auf ein weiteres Treffen?

„Höllenarbeit“

„Gelebte Anzeige“, nennt Daniel Hornemann, der Veranstalter der Baumesse, das. „Die Aussteller bauen Vertrauen zu den Kunden auf und diese entscheiden dann später zu Hause. Es ist eine Höllenarbeit aber offensichtlich zahlt sie sich aus.“ Auch dieses Jahr pilgern wieder rund 10.000 Besucher an drei Tagen zur Baumesse auf das CHIO-Gelände — die meisten davon sind am Samstag und Sonntag unterwegs. Eine Zahl, die Horne—mann freut.

Fast alle Besucher suchen nach etwas Konkretem, sei es den Schreiner für eine neue Treppe, die neue Einbauküche oder einbruchssichere Fenster. Ein unschätzbarer Vorteil für die Aussteller, die damit im Grunde nur auf ihre Kunden warten müssen. „Es gibt zwei Zielgruppen. Die jüngere, die ihr erstes Haus baut, und die Generation darüber, die das Ersparte nicht in komische Fonds, sondern einen neuen Wintergarten oder eine neues Bad investieren will“, erklärt Hornemann die Struktur der Besucher. Die Atmosphäre ist entspannt, sehr persönlich aber auch zielorientiert und professionell. Keiner der Aussteller ist aus bloßem Zeitvertreib hier.

Kontakte zählen

Am Ende zählen auch hier Kontakte, Gesichter, Termine und als höchstes der Gefühle vielleicht ein Kostenvoranschlag.

Noch lieber würde Christine Brandenburg allerdings ihre Quote ausbauen. Wie das geht hat sie in den letzten Jahren vorgemacht. Ob allerdings diese Baumesse für sie wieder zum Erfolg wird, steht noch lange nicht fest — im Zweifel weiß sie das auch erst in drei Jahren.

Mehr von Aachener Nachrichten