Aachen: „Baum des Lebens“ erzählt von den Menschen im Viertel

Aachen : „Baum des Lebens“ erzählt von den Menschen im Viertel

Eine Feder als Symbol für die Leichtigkeit des Seins, ein liebgewonnener Glücksbringer oder eine Muschel aus einem besonders schönen Urlaub: Nur eine einzige Vorgabe hatte das Wandmosaik „Baum des Lebens“, das seit dem Wochenende den Eingangsbereich der Offenen Tür (OT) D-Hof im Driescher Hof ziert.

Die Gegenstände, die auf den Lebensbaum geklebt werden, müssen in eine kleine Tüte passen. Zusammen ergeben die vielen kleine Symbole der Menschen aus dem Viertel ein Spiegelbild des Lebens. Es geht um Beziehungen und Verbindungen, besondere Reisen, wunderbare Begegnungen, Hobbys und Leidenschaften, Krankheit und Gesundheit, Glauben und Liebe, Zusammenhalt, um Dinge, die Menschen schön finden oder schlicht und einfach doppelt haben.

Der Baum selbst besteht aus Hunderten kleinen Spiegelgläsern und ist eine Idee der Mosaikkünstlerin Kerstin Thelen. Mit Agnes Zilligen vom Netzwerk Eigenarbeit hat sie bereits 2009 ein Dschungel-Mosaik als Mitmachprojekt gestaltet sowie 2010 den Schulhof der Gemeinschaftshauptschule Burtscheid verschönert. Mosaike zieren auch bereits die Toiletten im D-Hof. „Diesmal habe ich mich für Spiegelglas entschieden, da es wie ein Spiegel des Lebens fungieren wird und völlig neutral den bunt gewürfelten Gegenständen gegenübersteht“, erklärt Thelen ihre Idee.

Alle eingeladen

Natürlich sind die rund 200 Kinder und Jugendlichen aus der OT D-Hof, der Offenen Ganztagsschule (OGS) Driescher Hof und der OGS Am Rödgerbach beteiligt. Aber das sind noch längst nicht alle Teilnehmer: Das Projekt war offen für alle Menschen aus dem Stadtteil Driescher Hof: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Institutionen, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, alle Nationalitäten — alle konnten mitmachen und ihren ganz persönlichen Gegenstand für den Lebensbaum abgeben. „Vom Kindergarten bis zum Seniorentreff, von den Kirchengemeinden bis hin zum Café Miteinander — jeder war eingeladen, sich zu beteiligen“, betont Thelen.

„Das Schöne an der Aktion ist, dass wirklich jeder mitmachen kann. Das passt gut in unser niederschwelliges Konzept“, betont OT-Leiterin Sandra Jansen. Mit bis zu 1000 Mitwirkenden hatte sie gerechnet. Am Ende waren es zwar etwas weniger, aber gegebenenfalls kann der „Baum des Lebens“ zu einem späteren Zeitpunkt ergänzt werden, wenn neue Leute mitwirken möchten. „Auf unserer Wand ist genügend Platz, damit der Baum seine Äste entfalten kann“, sagt Jansen.

Derzeit noch in Arbeit ist ein Ausstellungskatalog zum Wandmosaik, in dem die einzelnen Geschichten zu den abgegebenen Gegenständen veröffentlicht werden und die Entstehung des Baumes gezeigt wird.

Mehr von Aachener Nachrichten