Bauarbeiten auf Freunder Landstraße in Aachen-Brand starten am 8. Juli

Vollsperrung in Brand : Freunder Landstraße bleibt fünf Monate lang komplett gesperrt

Reichlich Krach verursacht die große Baustelle auf der Freunder Landstraße bereits, bevor die Bagger an der wichtigen Ausfallachse zwischen Brand und Stolberg angerollt sind. Ab 8. Juli muss der Durchgangsverkehr in beide Richtungen rund fünf Monate lang ziemlich großräumig umgeleitet werden. SPD und CDU im Stadtteil liegen unterdessen heftig über Kreuz, was die Informationspolitik betrifft – in den jeweils eigenen Reihen ebenso wie seitens der Stadt.

Man darf einmal mehr davon ausgehen, dass die Planungsexperten von Stadt und Regionetz GmbH im Vorfeld am meisten Gehirnschmalz in die Frage investiert haben, wie das Großprojekt zur Erneuerung der Versorgungsleitungen jenseits der Baugruben abgewickelt werden kann. Inzwischen seien die Anwohner mit Infobriefen über die Details der Maßnahme in Kenntnis gesetzt worden, betonten Heike Ernst, Leiterin der städtischen Verkehrsbehörde, und Wolfgang Raabe von der Stawag-Tochter Regionetz beim Ortstermin am Mittwoch. Denn eine langfristige Totalsperrung der Freunder Landstraße sei aufgrund neuer arbeitsrechtlicher Sicherheitsbestimmungen unabdingbar.

Mindestens bis Mitte Dezember ist die Etappe zwischen den Einmündungen Kolpingstraße und Eilendorfer Straße somit nur noch zu Fuß sowie für Feuerwehr und Rettungsdienste erreichbar. Auch die Zufahrt zum Rewe-Markt sowie Geschäften und Arztpraxen im Umfeld bleibt allerdings möglich, unterstreicht Ernst. Und: Da die Baustelle nach und nach in kleineren Abschnitten fortschreitet, müssen Anwohner allenfalls kurze Fußstrecken bis zu ihren Haustüren zurücklegen; Ein- und Ausfahrten auf Privatgelände werden gegebenenfalls kurzfristig und individuell kommuniziert. Sämtliche Parkplätze im Umfeld bleiben zudem erhalten – was allerdings wiederum mit allerlei Einschränkungen für den Durchgangsverkehr verbunden ist.

Ab 8. Juli geht auf der Freunder Landstraße zwischen den Einmündungen Kolpingstraße und Eilendorfer Straße (außer per Pedes) nichts mehr. Busse und Radfahrer können den Engpass über eigene, kürzere Routen umfahren (siehe Grafik). Der Verkehr wird großräumig über Eilendorfer Straße, Nordstraße und Debyestraße sowie Von-Coels-Straße und Buschmühle umgeleitet (siehe Artikel). Foto: grafik

Mithin gilt ab 8. Juli: Umleitungsschilder unbedingt beachten. Denn das Konzept ist ziemlich kompliziert und vielschichtig: Für Pkw und Lkw sowie Busse und Radfahrer gelten teils unterschiedliche Regelungen, die wie folgt zusammengefasst werden können.

Umleitungen für Pkw und Lkw:

Von Stolberg Richtung Brand und Innenstadt wird das Blech über Eilendorfer Straße, Nordstraße und Debyestraße zur Trierer Straße geführt. Dabei wird die Eilendorfer Straße zwischen Freunder Landstraße und Erberichshofstraße zur Einbahnstraße. An der Einmündung Debyestraße/Nordstraße wird eine Signalanlage installiert. Wer aus Richtung Eifel kommend in Richtung Stolberg unterwegs ist, muss über Trierer Straße, Debyestraße, Nordstraße, Freunder Straße und weiter über Von-Coels-Straße und Buschmühle fahren. Schroufstraße und Kolpingstraße werden zwischen Erberichshofstraße und Freunder Landstraße ebenfalls zu Einbahnstraßen, damit dort keine Parkplätze wegfallen müssen. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen wird die Schroufstraße gesperrt. An den Autobahnausfahrten zur Trierer Straße werden die Ausweichrouten ausgeschildert. Auch in Kornelimünster werden Pkw- und Lkw-Fahrer durch Hinweistafeln auf die Sperrung aufmerksam gemacht.

Umleitungen für Busse:

Alle Aseag-Linien aus Richtung Stolberg werden über Eilendorfer Straße, Erberichshofstraße und Kolpingstraße zurück zur Freunder Landstraße und weiter zur üblichen Route über die Trierer Straße geführt. In Richtung Stolberg müssen die Passagiere den Umweg über die Schroufstraße in Kauf nehmen.

Empfehlungen für Radfahrer:

Für den Radverkehr gibt es eine ausgeschilderte Umfahrung über Schroufstraße, Kleinbahnstraße und Am Reulert. Die vorübergehenden Einbahnstraßenregelungen gelten auf dieser Ausweichroute für Radfahrer nicht.

So weit also die vorläufige Bestandsaufnahme rund ums Nadelöhr in Brand. „In der Sitzung der Bezirksvertretung am 3. Juli werden die Maßnahmen nochmals vorgestellt und diskutiert“, betont Heike Ernst. Bereits am Montag, 1. Juli, 20 Uhr, steht die SPD bei einer Bürgersprechstunde im Brander Bahnhof für Fragen und Anregungen bereit. CDU und SPD im Stadtteil kritisieren unterdessen, dass die Bezirksvertretung erst am 23. Mai über die bevorstehende Sperrung informiert worden sei – während die Verbesserung des Radverkehrs auf der Freunder Landstraße bereits zwei Tage zuvor im Bürgerforum auf der Tagesordnung stand.

„Selbstverständlich bleiben wir für Kritik und Anregungen offen und bessern nach, wenn sich herausstellen sollte, dass dies an der einen oder anderen Stelle erforderlich wird“, unterstreicht Ernst. Schon jetzt können alle Bürger sich über baustelle@regionetz.de, über Telefon 181-1444 sowie www.regionetz.de/baustellen informieren. Unterdessen hängt der Haussegen allerdings auch innerhalb der großen Koalition im Stadtteil mächtig schief (siehe Info).

Mehr von Aachener Nachrichten