Aachen: „Bandbreite“: Kultur soll das Interesse der Kunden wecken

Aachen : „Bandbreite“: Kultur soll das Interesse der Kunden wecken

Recycling als Triebfeder — das gilt nicht nur für das Second-Hand-Kaufhaus „Bandbreite“, betrieben durch den gemeinnützigen Verein Wabe, sondern auch für den Würselener Künstler Albert Sous. Der Metall-Bildhauer hat dem jüngsten Wabe-Projekt ein ganz besonderes Geschenk gemacht. Eine seiner Stahlskulpturen steht seit Freitag vor dem Ladenlokal in der Kleinkölnstraße.

Bei dem Kunstwerk handelt es sich um ein Produkt aus Recyclingmaterialen — aus Stahl- und Holzteilen, die in der Industrie nicht mehr verwertet werden und zum Teil aus Produktionsfehlern stammen. „Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Dann liegen die Dinge dort für einen bereit“, sagt Sous mit Blick auf die Entstehung seiner Kunstwerke.

Der Satz gilt gleichermaßen auch für das Kaufhaus „Bandbreite“. Es handelt sich bei dem Ladenlokal um das neueste Wabe-Beschäftigungsprojekt für Langzeitarbeitslose. Geöffnet hat der Laden seit Anfang November. Mitarbeiterin Heike Herberichs zeigt sich angetan von dem bisherigen Erfolg des Projekts. „Es kommen unterschiedlich viele Kunden“, sagt sie. Viel werde in der Damenabteilung und der Kinderabteilung gekauft, aber auch Männer kämen sehr regelmäßig vorbei. Alois Poquett, Geschäftsführer der Wabe, sieht in dem Laden deutlich mehr als einen Verkaufsraum: „Dieser Ort hier soll nicht nur ein Projekt sein, sondern eben auch ein besonderer Ort der Begegnung in einem besonderen Stadtviertel, welches vor enormen Veränderungen steht.“

Lesungen, Ausstellungen oder vielleicht auch kleine Konzerte kann sich Poquett in den Räumlichkeiten vorstellen. Es soll eine Begegnungsstätte sein für „Kultur und Soziales, Arm und Reich, Einheimische und Ausländer, Beschäftigte und Arbeitslose.“ Poquett ist der Überzeugung, dass gerade Langzeitarbeitslose — häufig Menschen, die länger als fünf Jahre arbeitslos sind — über solche Veranstaltungen in ihnen bekannten Räumen leichter Kontakt knüpfen können zu anderen Menschen. Zugleich könnten aber auch Besucher ein Gefühl dafür bekommen, dass Langzeitarbeitslose einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten können.

Das Second-Hand-Kaufhaus in der Kleinkölnstraße 18 ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Alle Interessierten sind zum Stöbern eingeladen.

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