Aachen: Bagger auf dem Wertz-Gelände: Gerd Sauren lässt aufräumen

Aachen : Bagger auf dem Wertz-Gelände: Gerd Sauren lässt aufräumen

Das hässliche Grundstück an einer vielbefahrenen Kreuzung hat einen gewissen Ruf zu wahren: Es handelt sich wahrscheinlich um die beständigste Brachfläche Aachens. Schon mehrfach hatten sich Investoren gefunden, um auf der 8000-Quadratmeter-Fläche eine sinnvolle Nutzung zu schaffen.

Ein Hotel war mal geplant, dann sollte ein Lebensmitteldiscounter dorthin kommen, Wohnungen und/oder Gewerbe. Immer zerschlugen sich die hochfliegenden Pläne, über die Nutzung für den Gebrauchtwagenhandel kam das sogenannte Wertz-Gelände, das der Familie der Entsorgungs- und Transportfirma gehörte, nicht hinaus.

Zuletzt hatte ein Projektentwickler, ein Nachfahre der österreichischen Trapp-Familie, dort 170 Wohnungen in fünf Etagen hochziehen wollen. Vor zwei Jahren war der Fall zuletzt im Stadtrat behandelt worden, der einen Bebauungsplan beschloss. Doch es kehrte wieder Ruhe ein.

Seit kurzem tut sich allerdings etwas auf der zuletzt leergeräumten Fläche an der Ecke Stolberger/Joseph-von-Görres-Straße. Eine niederländische Spezialfirma ist dabei, die bis zu zwei Meter dicken Reste des dort zum Ende des Zweiten Weltkrieges errichteten Hochbunkers zu beseitigen. Er war vor Kriegsende nicht fertiggestellt worden und diente danach als Notunterkunft

. Der Aachener Projektentwickler Gerd Sauren hat die Immobilie von der Trapp-Familie gekauft und sich verpflichtet, die Kriegsreste zu beseitigen. Ein Bauantrag ist jedoch nach Auskunft der Stadt noch nicht gestellt worden, lediglich die Abrissgenehmigung wurde bisher erteilt.

Am Status der Brachfläche wird sich jedoch so schnell nicht viel ändern, dafür sei der Fall noch viel zu frisch, sagt Sauren. Jetzt müssten erst Gespräche mit der Bauverwaltung geführt werden. Erst im Herbst werde dann klar sein, ob der erste Spatenstich im nächsten Jahr oder erst 2018 erfolgen könne.

Die von Trapp geplanten 170 Wohneinheiten bestehen aus Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, von denen bis zu 50 öffentlich gefördert werden sollen. An den Blockrändern sollen die Gebäude fünf Geschosse und ein Staffelgeschoss aufweisen, um sich der Nachbarbebauung anzupassen.

Am Hohenzollernplatz soll die Bebauung etwas zurückspringen, um den Platzcharakter zu betonen, eventuell aufgelockert durch eine Außengastronomie. Im Erdgeschoss sind insgesamt 540 Quadratmeter Gewerbeflächen vorgesehen.

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