Aachen: Baesweiler Künstler erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus

Aachen : Baesweiler Künstler erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus

Vor allem eine Hommage an Paul Celan und Otto Pankok als prominente Opfer beziehungsweise nachhaltige Kritiker des Nationalsozialismus ist die Ausstellung „Schaut auf unsere Menschen“ des aus Baesweiler stammenden Künstlers Hans-Werner Kiefer. Kiefer zeigt Malerei und Lyrik in der Bar Museo, Wilhelmstraße.

Seit vielen Jahren beschäftigt sich Kiefer mit den Morden an Juden, Sinti und Roma sowie der Erinnerungskultur in Deutschland, malt, schreibt Gedichte und Sachbücher. Nun stellt er zum wiederholten Mal in Zusammenarbeit mit der Galerie Hexagone zum Thema aus und zeigt teils neue Bilder, die im künstlerischen Kontext politische Inhalte transportieren sollen.

Celan, der vor allem mit seinem 1944 verfassten Gedicht „Todesfuge“ unvergessen ist, sind einige der abstrakten Arbeiten, grundsätzlich Mischtechniken auf Papier, gewidmet. Ein Bild erinnert an seine Mutter, eins an den Himmel über Paris — die Stadt, in der er sich als traumatisierter Überlebender des Holocaust das Leben nahm.

Hilfe für Verfolgte

Otto Pankok galt unter Hitler als „entarteter Künstler“ und wurde mit einem Arbeitsverbot belegt, was ihn nicht an konkreter Hilfe für Verfolgte hinderte. Nach dem Krieg wurde er Kunstprofessor in Düsseldorf und engagierte sich weiterhin für Juden, Sinti und Roma sowie Menschlichkeit schlechthin.

Allerdings beschäftigt sich Kiefer auch mit Brunhilde Pomsel, der Sekretärin von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels. Kiefer lernte sie als hochbetagte Frau in München kennen, die sich zwar von ihm interviewen ließ, aber etliche Schweigeklauseln festlegte. Sie übermittelte ihm ihre Überzeugung, „nur ein kleines Würstchen“ gewesen zu sein.

Die Ausstellung umfasst elf Gemälde von Hans-Werner Kiefer und eine Skulptur von Uli Aschenborn, die einen überaus fragilen hölzernen Torso eines Menschen zeigt.

Zu sehen ist die künstlerische Erinnerungsschau in der Bar Museo im Suermondt-Ludwig-Museum an der Wilhelmstraße noch bis zum 25. Juni und kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.

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