Aachen: B 258n: Kosten explodieren auf 33 Millionen Euro

Aachen: B 258n: Kosten explodieren auf 33 Millionen Euro

Die Kosten für die umstrittene B 258n zwischen Richterich und Heerlen explodieren: Statt der 2003 errechneten 6,6 Millionen belaufen sie sich jetzt auf 33,1 Millionen Euro - eine glatte Verfünffachung, davon 20 Millionen für das Teilstück auf deutscher Seite.

Die exorbitante Steigerung ist Wasser auf die Mühlen der Bürgerinitiative B 258n nein. Sprecher Ulrich Pathe: „Die Straße hätte gar nicht in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden dürfen.” Dort sind die Kosten noch auf 6,6 Millionen Euro beziffert. Eine Begründung für die Schnellstraße, die das Landschaftsschutzgebiet im Heydener Ländchen durchschneiden würde, war seinerzeit nämlich die hohe Wirtschaftlichkeit der Straße.

Die Gesamtkosten von 33,1 Millionen Euro auf beiden Seiten sind aufgeführt in einem Schreiben des Landesbetriebs NRW, in dem es wörtlich weiter heißt: „Diese Kosten sind bereits mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt.”

Es handele sich im gegenwärtigen Planungsstadium nur um eine Schätzung, eine genauere Kostenermittlung könne erst nach der Trassenbestimmung erfolgen. Die höheren Kosten ergäben sich unter anderem „durch die erforderliche Querung des Krombachtals mit Brückenbauwerken” und zusätzliche ökologische Ausgleichsmaßnahmen.

Die Straße sei eindeutig als Entlastung für die Roermonder Straße L 232 erdacht und nur mit Hilfe lokaler Akteure in den Bundesverkehrswegeplan lanciert worden, meint die Initiative weiter. Der Landesbetrieb bemühe sich nun nach Kräften zu suggerieren, es gebe einen Planungsauftrag, der die Stärkung des Oberzentrums Aachen zum Ziel gehabt hätte.

Ulrich Pathe: „Dem Landesbetrieb ist es bisher nicht gelungen, einen glaubhaften Nachweis zu erbringen, dass die Straße wenigstens für Herzogenrath von Nutzen sein könnte.” Die bisherigen hohen Entlastungszahlen - so Rolf Spilker von der Bürgerinitiative - beruhten nachweislich auf falschen Annahmen und Verkehrsprognosen.

Die Bürgerinitiative B 258 nein habe von vorneherein die Kostenschätzung von 6,6 Millionen Euro als unrealistisch eingestuft, unter anderem wegen der Vielzahl von Brücken und Tunneln. „Überraschend kommt die Existenz des Krombachtals wohl nur für die Kostenjongleure der Straßenplaner.” Außerdem müssten noch die Steuergelder hinzugerechnet werden, die durch die landschaftsaufwertenden Maßnahmen im Rahmen der Euregionale investiert worden sind, etwa der „Weiße Weg”.

Widerstand gegen den „Buitenring”, auf den die B 258n stoßen soll, regt sich auch auf niederländischer Seite. So haben gleich drei Ministerien Einspruch gegen das 314-Millionen-Projekt eingelegt, vom Umweltschutz über Landwirtschafts- bis zum Verteidigungsministerium. Sie zweifeln unter anderem ebenfalls am Nutzen des aufwendigen Straßenprojekts für die Region. Unklar ist allerdings, welche Auswirkungen ihre Intervention haben wird.