B 258: Land NRW will die Stadt Aachen von Ausbau überzeugen

Aachen : Monschauer Straße: Land NRW will die Stadt Aachen von Ausbau überzeugen

Tag für Tag rollen tausende Wagen aus der Eifel über die Bundesstraße 258, die Monschauer Straße, in die Stadt Aachen. Viele Autos sind auch von der City aus in Richtung Gewerbegebiet an der Pascalstraße unterwegs.

Stop-and-go-Verkehr und teilweise lange Wartezeiten an den Ampeln sind Dinge, die Pendler im Aachener Süden nur allzu gut kennen. Über den Ausbau der vielbefahrenen Bundesstraße gibt es seit Jahren Zwist zwischen der Stadt Aachen und dem Land. Nun hat Stefan Kämmerling, Landtagsabgeordneter der SPD für die südliche Städteregion, einen neuen Vorstoß gemacht. Er plädiert für einen zügigen Ausbau der Straße und hat aus diesem Anlass eine entsprechende kleine Anfrage zum aktuellen Planungsstand an das Land Nordrhein-Westfalen gestellt.

„Die Antwort des Landes bringt ganz klar zum Ausdruck, dass der Ausbau der B258 von der Stadt blockiert wird“, sagt Kämmerling. Ein runder Tisch, den er im Jahr 2016 unter SPD-Kommunalpolitikern organisiert hatte, hatte als Ergebnis hervorgebracht, dass der Landesbetrieb Straßen.NRW in die Planung eines Vorentwurfs für den Ausbau eingestiegen ist. „Für mich war das der wichtigste Erfolg, der im Zusammenhang mit der Monschauer Straße in den vergangenen Jahren erzielt wurde.“ Umso trauriger sei nun die Antwort der Landesregierung, die Fertigstellung des Vorentwurfs scheitere an fehlendem Einvernehmen mit der Stadt Aachen.

„Ich glaube übrigens fest daran, dass mit Ausnahme Aachens sämtliche Parteien in der Städteregion einen mehrspurigen Ausbau wollen und ihn auch nicht behindern“, schreibt Kämmerling. Das reiche aber nicht. Er fordere ausdrücklich ein parteiübergreifendes Engagement, das „über den Tag hinaus“ Bestand habe.

Die Stadt Aachen zeigt sich auf Anfrage unserer Zeitung verwundert — sowohl über die Aussagen von Stefan Kämmerling als auch über die Antwort des Landes NRW. „Nach unserem Kenntnisstand plant der Landesbetrieb und will die Planung der Stadt im weiteren Planverfahren vorlegen, sobald diese fertig ist“, sagt Harald Beckers vom städtischen Presseamt. Die Stadt warte seit längerem darauf. Aus städtischer Sicht hätte schon längst mit den machbaren Verbesserungen, über die man einig ist, begonnen werden können. „Das wäre für die Südraumpendler sehr bedeutsam.

Einigkeit gibt es zum Beispiel über eine zusätzliche Spur stadteinwärts von der Pascalstraße bis zur Oberforstbacher Straße“, sagt Beckers. Ähnlich argumentiert auch Ye-One Rhie, verkehrspolitische Sprecherin der SPD im Aachener Stadtrat: Seit Jahren herrsche in Aachen fraktionsübergreifend Einigkeit darüber, dass die Strecke „so weit wie nötig, aber nicht mehr“ ausgebaut werden soll. Ein wesentlicher Grund aus städtischer Sicht sind die Belange der Bewohner Oberforstbachs und Lichtenbuschs. „Die Bürger wohnen jetzt schon teilweise sehr nah an der Bundesstraße“, sagt Rhie, die die Sorgen vor noch mehr Verkehrslärm durchaus verstehen kann.

Sind vier Spuren notwendig?

„Wir sehen nach den aktuell vorliegenden Zahlen einfach keine Notwendigkeit dafür, die Straße vierspurig auszubauen“, betont Rhie. Genau diese Variante bevorzugt ihr Parteikollege Kämmerling aus der Städteregion aber, der auf die Prognosen für die Entwicklung von Pendlerströmen im südlichen Aachen verweist (siehe Infobox).

Die Stadt Aachen gibt weiterhin zu bedenken, dass sie mit der Verdoppelung der Schnellbusfahrten in die Eifel ab Dezember einen wichtigen finanziellen Beitrag geleistet habe. „Sie hat die Finanzierung des großen Anteils der auf Stadtgebiet gefahrenen Kilometer übernommen.“

Das Land NRW plant derzeit, die Arbeiten „kurzfristig“ wieder aufzunehmen. So soll eine neue umfassende Verkehrsuntersuchung mit Mikrozensus gemacht werden. „Einvernehmen mit der Stadt vorausgesetzt“, geht der Landesbetrieb davon aus, dass ein erster Vorentwurf im nächsten Jahr vorliegt und das Planfeststellungsverfahren 2020 eingeleitet werden kann.

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