Aachen: Autobahnkreuz Aachen: A544 früher als geplant wieder frei

Aachen : Autobahnkreuz Aachen: A544 früher als geplant wieder frei

Am Ende ging es dann doch schneller als gedacht: Der Landesbetrieb Straßenbau hat am Wochenende mit dem Bau einer mehr als 80 Meter langen provisorischen Brücke die Grundlage für den geplanten Neubau des „Überfliegers“ über die A 544 geschaffen. Die Behelfsbrücke besteht aus sechs Teilen, je drei pro Feld, jedes 60 Tonnen schwer und 40,5 Meter lang.

Für den Aufbau wurde ein Teleskopkran mit 500 Tonnen Tragkraft aus Köln benötigt. Dieser musste mehrere Stunden während der Sperrung zunächst aufgebaut werden. Bereits am Sonntagvormittag war die Autobahn wieder frei. Ursprünglich war eine Sperrung bis Montagmorgen, 4 Uhr, geplant gewesen.

„Das Besondere ist, dass wir den Verkehr wegbringen mussten, das heißt wir haben verschiedene Fahrspuren gesperrt“, erläuterte Ernst Gombert, Projektleiter beim Landesbetrieb Straßenbau. Davon betroffen war die A 544. Verkehrsteilnehmer stadtauswärts konnten in Richtung Köln die neue Fahrspur über einen sogenannten „Bypass“, der um die Brücke herumführt, benutzen.

In Richtung Europaplatz wurde der Verkehr aufgrund der Vollsperrung über die Anschlussstelle der A 44 „Broichweiden“ und die A 4 Anschlussstelle Aachen-Zentrum umgeleitet. Zwischen dem Autobahnkreuz und der Abfahrt Aachen-Zentrum kam es zu kleineren Staus. Am Samstag staute sich der Verkehr zu Stoßzeiten zwar bis ins Aachener Kreuz, das große Verkehrschaos blieb jedoch aus.

Während der Sperrung wurden Fahrbahnplatten auf die bereits errichteten provisorischen Stützen aufgelegt. Diese bestehen aus vorgefertigten Stahlbauteilen, die zusammen gesetzt 8,5 Meter breit und insgesamt 81 Meter lang sind. Vorgefertigt wurden sie in Köln und wurden dann per Schwertransport zur Baustelle gebracht.

In der Nacht zum Samstag wurden ab 2 Uhr die ersten drei Bauteile aufgelegt, am Vormittag die Teile über die Fahrbahn in Richtung Aachen. Um 15 Uhr lagen bereits alle Teile. Allerdings konnte die Sperrung noch nicht aufgehoben werden, da die Segmente im Anschluss noch miteinander verschraubt werden mussten.

Die Inbetriebnahme der Behelfsbrücke für den Verkehr von den Niederlanden in Richtung Köln erfolgt voraussichtlich im Februar 2018. Danach können der Abbruch der alten Betonbrücke und der Neubau terminiert werden, welcher eine wahre Herausforderung an die Planer stellt. „Das Besondere an der neuen Brücke ist die sehr aufwendige Gestaltung der Konstruktion“, so Projektleiter Gombert.

„Wir haben hier auf der A 544 einen relativ schmalen Trennstreifen.“ Und in dem müsse eine Stütze errichtet werden. „Die wiederum muss die zukünftig sehr breite Brücke tragen.“ Während die alte Brücke 16 Meter in der Breite misst, wird die neue 26 Meter breit sein und Platz für insgesamt vier Fahrspuren haben. Diese komplexe Konstruktion auf schwierigem Grund sei Ursache der doch relativ langen Bauzeit von rund zwei Jahren, so Ernst Gombert.