Aachen: Ausstellung: Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg

Aachen : Ausstellung: Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg

2014 war ein Jahr, in dem an vielen Stellen dem Ersten Weltkrieg gedacht wurde. 100 Jahre zuvor war er mit einer Gewalt über Europa hereingebrochen, die für die Menschen, die damals in Europa lebten und auf den Schlachtfeldern starben, vorher unvorstellbar gewesen war.

Sein Verlauf prägte maßgeblich nicht nur Teile der europäischen Landschaft, sondern vor allem auch die Geschichte. Bis heute sind die Auswirkungen dieser Katastrophe spürbar — wenn man genau hinschaut. In diesem Jahr nun ist der Erste Weltkrieg 100 Jahre vorbei. Wieder eine gute Gelegenheit zurückzublicken, und das macht die Volkshochschule Aachen (VHS) derzeit mit einer Ausstellung. „Lebensläufe — Aachen im Ersten Weltkrieg“ heißt die Schau, die von Yvonne Hugot-Zgodda, Stephanie Kaiser, Jens Rütten und Holger A. Dux konzipiert wurde und bis Samstag, 3. März, im Forum in der VHS zu sehen sein wird.

Zurück geht die Ausstellung auf eine Studienarbeit von Jens Rütten, der während seines Studiums eine Datenbank erstellte, in der er die Namen und Lebensdaten von Gefallenen aus Aachen erfasste. Einige davon finden sich an Aachener Denkmälern, wie etwa auf der großen Tafel an der Aachen-Münchener-Halle (Aula 1) der RWTH Aachen, andere hingegen ließen sich weniger einfach finden. Aus diesen suchten sich die Macher dann Lebensläufe heraus, die prägnant waren oder über die sich genügend finden ließ. 25 Biografien werden nun ausgestellt.

Darunter zum Beispiel die Biografie von Arnold Crombach. Er war Schüler, machte sein Notabitur am Kaiser-Karls-Gymnasium. Von ihm gab es den ersten Totenzettel mit Bild, der Hugot-Zgodda in die Hände fiel. „Er wurde so wieder ein Stück lebendig“, erzählt sie über die biografische Arbeit. Aus einem völlig anderen Bereich der Stadt kam Kurdirektor Fritz Hey‘l. Er war erst kurze Zeit in Aachen, bevor er in den Krieg zog und an der Front fiel. Von jungen Schülern bis zu 64 Jahre alten Männern, vom Tagelöhner bis zum städtischen Beamten reicht das Spektrum.

Sterben als Stadtgespräch

Einen besonderen Fokus setzt die Ausstellung auf die Auswirkungen, die der Erste Weltkrieg auf das gesellschaftliche Leben hatte. „Das Sterben wurde zum Stadtgespräch“, sagt Dux. Es gab kaum eine Straße, kaum eine Familie, die keinen Toten zu beklagen hatte, Sportvereine und Chöre mussten ihre Arbeit einstellen oder sich auflösen, es gab kaum Nahrungsmittel.

Die Ausstellung richtet sich an alle Interessierten, aber insbesondere an Schülerinnen und Schüler. Für diese ist auch ein Konzept mit Lernkarten erarbeitet worden. Interessierte Schulen können sowohl in die Räumlichkeiten der VHS kommen oder aber die Ausstellung im Anschluss ausleihen. Die Ausleihe ist für Schulen kostenlos. Die Ausstellung kann kostenfrei während der normalen Öffnungszeiten der VHS in der Peterstraße 21-25 besichtigt werden.

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