Aachen: Ausstellung „Krippen der Einen Welt“: Bezug zu Flüchtlingsproblemen

Aachen: Ausstellung „Krippen der Einen Welt“: Bezug zu Flüchtlingsproblemen

Ausdrucksstarke, vielseitig gestaltete und geschmackvolle Krippen der Einen Welt sind derzeit bei „Weltweit am Dom“ zu sehen. Die 20. Ausstellung dieser Art trägt den Titel „... und sie fanden keine Herberge“ und ist eine der Hauptstationen des Aachener Krippenwegs. Damit stellen das Bistum Aachen sowie das Hilfswerk „missio“ und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ einen aktuellen Bezug zur Flüchtlingsproblematik im Nahen Osten und an den nahen Grenzen Europas her.

Die Schau zeigt auf kleinstem Raum mehr als 150 Krippenszenen aus 30 Ländern, von der Miniaturkrippe im Kronenkorken bis hin zum großen Kunstobjekt aus Ecuador. Die Vielfalt der Krippen scheint grenzenlos: Eine Variante aus Simbabwe besteht ganz aus Drahtperlen, ein Exemplar aus Mali wurde aus recyceltem Metall hergestellt.

Besonders ins Auge fällt eine große Krippe des peruanischen Künstlers Max Ochante, der mit Modelliermasse aus Kartoffelmehl arbeitet. „Seine Krippe ist ein sogenanntes Retablo, ein Klappaltar, der dem Inka-Volk in seinem ursprünglichen Sinn auf Wanderungen zur Verfügung stand“, erklärt Thomas Bürgerhausen von „Weltweit am Dom“.

Mit Blick auf den Titel der Ausstellung rückte Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident von „missio“ und Kindermissionswerk die aktuelle Flüchtlingsproblematik in den Blickpunkt: „Die hier gezeigten Krippen wurden zum Teil in solchen Ländern hergestellt, die momentan von großen Umbrüchen geprägt sind und aus denen Menschen bei uns Zuflucht suchen.“ Krippen seien Provisorien und würden auf die Flüchtlingssituation verweisen.

Oberbürgermeister Marcel Philipp ist begeistert von der Ausstellung und dem Konzept des Ladens, der von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern getragen wird. „Im vorweihnachtlichen Aachen setzen die Krippen hier ein Zeichen und sind Teil des Aachener Krippenwegs, an dem wir uns auch im Rathaus beteiligen“, freut sich Philipp. Es sei wichtig, Assoziationen mit dem eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes zu wecken, die im Trubel des Advents zwischen Glühweintrinken und Geschenkekaufen manchmal untergehen, so der OB: „Diese Ausstellung und der Krippenweg tragen dazu bei, eine entsprechende Stimmung zu schaffen.“

Bahnhofsmission

Unter dem Motto „Krippenkunst hilft Helfen“ bieten die Hilfswerke auch in diesem Jahr diese besonderen Krippen zum Kauf an, denn mit dem Erlös der fair gehandelten Stücke unterstützen sie viele Hilfsprojekte, oft auch in den Herkunftsländern der Krippen selbst. „Weltweit am Dom“ zeigt auf dem Krippenweg erstmalig auch eine Krippendarstellung in der Aachener Bahnhofsmission, nämlich eine Strohkrippe aus Peru.

Zu sehen ist die Krippenausstellung „Krippen der Einen Welt“ noch bis Dienstag, 6. Januar 2015, montags bis samstags 10 bis 18 Uhr bei „Weltweit am Dom“ am Münsterplatz 28/Domhof 1.