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Aachen: Ausstellung „Herr Mao kauft ein“ in Burg Frankenberg

Aachen : Ausstellung „Herr Mao kauft ein“ in Burg Frankenberg

Mao Zedong gehört wohl mit zu den bekanntesten Politikern des letzten Jahrhunderts. Eine ganze politische Bewegung nennt sich nach dem ehemaligen chinesischen Staatschef. Mao wusste sich zu inszenieren: Es gibt eine Reihe von Bildern, die ihn schwimmend zeigen, eine Besonderheit, denn in China konnte zu Maos Zeiten kaum einer schwimmen.

Dies ist einerseits eine Parallele zu Karl dem Großen, der als hervorragender Schwimmer galt, andererseits aber auch das Motiv des größten ausgestellten Bildes von Eric Peters im Kabinett der Burg Frankenberg, das er ab Samstatg bis Sonntag, 29. März, gemeinsam mit anderen Bildern zum Oberthema China ausstellt.

Die Ausstellung trägt den Titel „Herr Mao kauft ein“, eine sarkastische Auseinandersetzung mit dem Verhältnis des maoischen Kommunismus zum Kapitalismus.

„Für mich zeigen der Titel und die Bilder die enorme Schere in China, sich für den Kapitalismus vollkommen zu öffnen und gleichzeitig die Ideologie des Kommunismus beizubehalten“, sagt Peters.

Das Hauptwerk zeigt eindringlich eben diese Verbindung: Maos Kopf auf einer goldenen Wasseroberfläche, darunter die Umrisse eines alten Sportwagens. Bei dem Auto handelt es sich, so erzählt Wolfgang Becker, ehemaliger Direktor des Ludwig-Forums, um einen Bugatti, der in den 1930er Jahren im Lago Maggiore versenkt worden ist. 2009 wurde er gehoben und 2010 für 260.500 Euro versteigert.

Das Bild verbindet den kommunistischen Mao als großen, dem Volk überlegenen Führer mit einem Symbol, das kapitalistischer nicht sein kann. Sowohl zum Kaufzeitpunkt als auch heute noch.

Organisiert wird die Ausstellung vom Verein Frankenb(u)erger, der die trutzige Wasserburg nun als Bürger- und Kulturzentrum betreibt. Ziel ist es, eine längerfristige Ausstellungsreihe zu konzipieren, die den Titel „derkünstler_deinnachbar“ trägt.

Gerade dafür ist Peters ein hervorragendes Beispiel, wohnt er doch nur rund 100 Meter von der Burg entfernt. „Wir sind ein Viertel, das reich ist an Künstlern“, sagt Inge Klusemann, Mitglied im Vorstand des Vereins.

Doch nicht nur Kunst soll in den kommenden Jahren in der Burg präsentiert werden. Den Anfang hat man bereits im Februar mit einem Jazzkonzert gemacht, Blues- und klassische Konzerte sollen folgen. „Wir müssen sehen, wo wir uns behaupten können“, so Klusemann mit Blick auf die Zukunft des Kulturzentrums.

Man will möglichst viele Bereiche abdecken und damit möglichst viele Bürger aus dem Frankenberger Viertel und natürlich auch aus der ganzen Stadt anziehen. Die nächsten Kunstausstellungen sind auch schon geplant: Im Herbst soll Tim Berresheim seine Kunstwerke ausstellen und im Frühjahr 2016 Klaus Schmetz.