Aachen: Ausstellung „Gestatten, Suermondt!“ bietet Zeitreise ins 19. Jahrhundert

Aachen : Ausstellung „Gestatten, Suermondt!“ bietet Zeitreise ins 19. Jahrhundert

„Gestatten, Suermondt!“ - unter diesem Motto würdigt das Suermondt-Ludwig-Museum derzeit seinen namensgebenden Sammler, Kenner, und Kunstmäzen Barthold Suermondt mit einer Sonderschau. „Im Rahmenprogramm zur Ausstellung lassen wir den Lifestyle des 19. Jahrhunderts aufleben“, erklärt Irit Tirtey, kaufmännische Geschäftsführerin des städtischen Kulturbetriebs.

Bei einem Aperitif etwa könne man sich auf den gemeinsamen Genuss der Schau bei einer Führung einstimmen. Neben einem solchen „Kunstaperó“ gibt es zum Beispiel auch Führungen plus Kaffee und Kuchen.

„Und der Suermondt-Salon startet, eine Idee, die wir seit 2014 verfolgen, mit anspruchsvollen Gesprächen, literarischen Darbietungen und musikalischen Aufführungen“, erklärt Tirtey. Die Veranstaltungsreihe sei ganz nach dem bürgerlichen Geschmack des 19. Jahrhunderts gehalten, mit schwungvollen Abendgesellschaften literarischer, poetischer und musikalischer Natur.

Kunsthandel damals und heute

Los geht es am Mittwoch, 21. März, um 19 Uhr mit einer Diskussionsrunde über die Welt des Kunsthandels. „In den historischen Räumen der Bibliothek berichten Professor Henrik Hanstein vom renommierten Kölner Auktionshaus Lempertz und Museumsdirektor Peter van den Brink über ihre persönlichen Erlebnisse mit anspruchsvollen Kunden, von den teuersten Verkäufen und aufgedeckten Fälschungen. Und sie ziehen Parallelen zum Kunsthandel des 19. Jahrhunderts, den Barthold Suermondt durch seine Kunstkäufe aktiv mitgestaltet hat“, erläutert Wibke Birth, die Kuratorin der Ausstellung.

Am Mittwoch, 11. April, 19 Uhr, kann man „Suermondt hautnah erleben“. Bei einem Rundgang durch die Ausstellung kommen die Teilnehmer seiner Person ganz nah. „Briefe, die er an Freunde richtete oder von diesen empfing, werden rezitiert und zeichnen ein lebendiges Bild des Sammlers. Und seine Nachfahrin Lili Claassen-Suermondt gibt einen Einblick in das Leben ihres Großvaters“, erklärt Birth. Sie und die Co-Kuratorin Sarvenaz Ayooghi sprechen abwechselnd zu den Bildern der Ausstellung Textpassagen.

Beim Aktionstag „Täuschend echt!“ am Sonntag, 22. April, können Interessierte von 10 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt ein spannendes Programm erleben.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Suermondt-Salon unter dem Titel „Der Reiz der Fremde“ am Mittwoch, 25. April, um 19 Uhr. 1851 hatte Barthold Suermondt als ersten größeren Kauf 24 spanische und italienische Gemälde erworben. Auch später kamen spanische, französische und altdeutsche Gemälde hinzu. Gegenwartskunst, Zeichnungen, ostasiatisches Porzellan und weiteres Kunsthandwerk ergänzten die Sammlung.

„Musiker Piet Hodiamont wagt nun passend dazu den Blick über den Tellerrand, zur Kultur ferner Länder, nach Italien, in den Orient. Im Spanierraum des Museums spielt er auf selbstgebauten Instrumenten Eigenkompositionen, die von der Lautenmusik der Renaissance inspiriert sind”, erklärt Kuratorin Birth.

Der Internationale Museumstag am Sonntag, 13. Mai, bietet bei freiem Eintritt ein besonderes Führungsprogramm. Am Freitag, 18. Mai, heißt es dann „Happy Birthday, Barthold Suermondt!”. Zu seinem 200. Geburtstag gibt es freien Eintritt und ein kleines Präsent für alle Besucher sowie eine Kuratorenführung um 15 Uhr. Am Mittwoch, 23. Mai, um 19 Uhr ist im Suermondt-Salon Franz Liszt zu Gast bei Suermondts.

Der bulgarische Pianist Ivan Donchev gibt ein Klavierkonzert auf dem historischen Steinway-Flügel im Foyer. „Barthold Suermondt war auch Förderer der Musik seiner Zeit. Liszt weilte 1853 und 1857 im Haus der Suermondts in Aachen. Der erfolgreiche Klaviervirtuose, Weimarer Kapellmeister und in dieser Zeit besonders produktive Komponist leitete hier drei Tage lang das 35. Niederrheinische Musikfest zu Pfingsten 1857“, erklärt Birth.

Für Kinder gibt es in den Osterferien einen Workshop sowie einen Rätselbogen für den gemeinsamen Rundgang mit der Familie. Eine vorherige Anmeldung unter E-Mail museumsdienst@mail.aachen.de oder Telefon 0241/432-4998 wird aufgrund der großen Nachfrage dringend empfohlen.

Die Ausstellung „Gestatten, Suermondt! Sammler, Kenner, Kunstmäzen“ im Suermondt-Ludwig-Museum, Wilhelmstraße 18, ist noch bis zum 17. Juni zu sehen. Infos unter www.suermondt-ludwig-museum.de.

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