Aachen: Ausstellung „Flashes of the Past“: Mottotag über die Rolle der Frau

Aachen : Ausstellung „Flashes of the Past“: Mottotag über die Rolle der Frau

Wie sehen die klassischen Rollenbilder von Frau und Mann heute aus? Wie sahen sie vor 50 Jahren aus? Im Rahmen der Ausstellung „Flashes of the Past. Medienwandel und Protestkultur“ veranstaltet das Internationale Zeitungsmuseum Aachen am Donnerstag einen Mottotag zu diesem Thema.

Unter dem Titel „Vom Heimchen am Herd zur selbstbewussten Frau? — Frauen und Emanzipation 1968 und heute“ wird die Rolle der Frau in der Gesellschaft von früher und heute in unterschiedlichen Programmpunkten thematisiert

„Schon bei der Recherche zur Ausstellung ist mir klar geworden, dass wir auch unbedingt etwas zum Thema Frauen in und seit den 60er Jahren machen müssen“, sagt Andreas Düspohl, Leiter des Museums. Zwar gab es ab den 60er Jahren viele Veränderungen, beispielsweise wurde Sexualität in Medien aufgegriffen und mit der Einführung der Pille waren Frauen selbstbestimmter. Gerade die Werbung aus den 60er und 70er Jahren zeige jedoch eindeutig, dass die Frau damals für den Haushalt zuständig und der Mann arbeiten war. Wie aktuelle Zahlen zu etwa Teilzeit-Arbeitszeiten von Männern und Frauen bewiesen, sei dies auch heute noch oft so, sagt Düspohl. Ein Mottotag eigne sich daher gut, um einen Bezug zur Gegenwart herzustellen.

Die Veranstaltung findet statt in Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt. Gleichstellungsbeauftragte Roswitha Dahmen stimmt Düspohl in dem Punkt zu, dass die klassische Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau auch heute noch vorherrsche. Dieses Thema in Verbindung mit der Ausstellung „Flashes of the Past“ zu thematisieren biete sich sehr an, denn auch die 68er-Bewegung sei bezüglich Gleichstellung nicht so fortschrittlich wie häufig gedacht gewesen. „Frauen waren für das Schreiben von Texten zuständig und für Kaffee, wenn sie selber das Wort ergriffen, mussten sie teilweise mit Tomaten werfen um sich Gehör zu verschaffen“, so Dahmen.

Wie es heute um die beruflichen Chancen von Frauen steht, wie sie beruflich weiterkommen können und wo sie sich selber Fallen stellen, darüber diskutiert die Gleichstellungsbeauftragte am Mottotag mit Interessierten. Eine kleine Zusatzausstellung des Hochschularchivs der RWTH gibt Einblicke in das Frauenstudium im Wandel der Zeit, weiterhin wird der Film „Hidden Figures“ gezeigt: Eine wahre Geschichte von drei afroamerikanischen Mathematikerinnen, die für die NASA arbeiteten und für ihre bemerkenswerten Leistungen keine Anerkennung bekamen. Zusätzlich werden am Mottotag insgesamt drei Führungen durch die Ausstellung „Flashes of the Past. Medienwandel und Protestkultur“ angeboten mit jeweils unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Nach der letzten Führung um 20 Uhr sind alle Gäste dazu eingeladen, bei einem Glas Wein oder Sekt auf der Terrasse des Museums zu diskutieren.

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