Aachen: Ausstellung: Der Mensch in seinem Leid und seinen Sorgen

Aachen : Ausstellung: Der Mensch in seinem Leid und seinen Sorgen

Meist bürdet das Leben den Menschen schwere Lasten auf in den bibelorientierten Bildern der 2008 verstorbenen, weit über die Grenzen hinaus bekannten Malerin Janet Brooks Gerloff. Mit wenig Farbe und gekonntem zeichnerischen Strich schuf sie einzigartige Werke zur Darstellung des Leids wie auch ihrer besonderen Malkunst.

Sogar die beiden Winterlandschaften, die ebenfalls mit wenigen Strichen auskommen, sind mit ihrer leichentuchweißen Schneedecke und Einsamkeit nur schwer auszuhalten. Ebenfalls zum Thema „Menschsein“ malt Johannes Wickert, der bereits im vergangenen Jahr eine Gemeinschaftsausstellung mit den Arbeiten von Janet Brooks Gerloff bestritt.

So sehr seine Motive ebenfalls biblisch sind, so sehr sind seine Bilder farbenfroh, heiter und bisweilen sogar ironisch. Sein Todesengel lächelt und zeigt ein tänzerisches Bein, seine Darstellung des Abendmahls konzentriert sich auf die nackten Beine unter dem Tisch. Eine besondere Vorliebe hegt der Künstler für nackte Füße, die bisweilen mehr Individualität zeigen als Gesichter und Körper. Eine ergreifende Wochenendausstellung mit biblischen und literarischen Motiven beider Künstler war jetzt in der Aula Carolina zu sehen.

Organisiert wurde die Schau von Christa und Karl-Heinz Oedekoven aus Stolberg, die den künstlerischen Nachlass der aus den Vereinigten Staaten stammenden Malerin archivieren und vermarkten. Auf Anfrage zeigen sie rund 60 Arbeiten von Janet Brooks Gerloff. Johannes Wickert, der in Belgien lebt, wurde nach seinem Kunststudium Universitäts-Professor für Psychologie, denn „ein Menschenmaler muss etwas vom Menschen verstehen“, sagt er.

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