Aachen: Ausreichend Stoff für bunte Phantasien im Theater Brand

Aachen: Ausreichend Stoff für bunte Phantasien im Theater Brand

„Man hat mich betrogen, man hat mich reingelegt“, schimpfte der Räuber Hotzenplotz, und die Kinder im Publikum verhehlten ihre Schadenfreude nicht. Schließlich hat Hotzenplotz die Kaffeemühle der Großmutter geklaut, und dafür hatten die jungen Zuschauer im Theater Brand überhaupt kein Verständnis.

Zum Glück, dass Kasperl und Seppel sich nicht auf den Wachtmeister verlassen, sondern selbst die Verfolgung aufnehmen. Ganz ungefährlich ist das nicht. Kasperl gerät in die Fänge des Zauberers Zwackelmann, kann sich aber schließlich mit Hilfe der Fee Amaryllis befreien. Die schenkt ihm zum Abschied einen Zauberring. Mit dessen Hilfe sorgt Kasperl dafür, dass die Geschichte dann doch noch gut ausgeht.

„Ihr habt erfahren, wie das ist, wenn man Freunde hat“, richtete sich Regisseurin Wilma Gier in Anschluss an die kleinen Zuschauer und ließ all die auf die Bühne kommen, die sonst nur hinter den Kulissen arbeiten.

Otfried Preußlers Geschichte vom Räuber Hotzenplotz hat dem Publikum gut gefallen. Das einfache Bühnenbild entpuppte sich als wandlungsfähig und bot neben dem Wald Raum für das Schloss des Zauberers, die Höhle des Räubers und das Häuschen der Großmutter. Selbst Spezialeffekte durften nicht fehlen, als sich beispielsweise der Räuber Hotzenplotz in einen Vogel verwandelte oder der Zauberer vor Wut platzte.

Aufgelockert wurde das Stück durch kleine Lieder zwischendurch, für die Anne und Tim Matuschek verantwortlich zeichnen. „Bei der Inszenierung des Räuber Hotzenplotz haben wir unsere Phantasie spielen lassen, und so hoffen wir, dass wir ihre, aber vor allem die Phantasie der Kinder anregen können“, heißt es im Programmheft. Ein Zauberer, der vor Wut platzt, eine Fee, die ihr Dasein sieben Jahre lang als Unke fristen musste, und ein furchteinflößender Räuber bieten wahrlich genug Stoff für bunte Phantasien.