Aachen: Ausflugsziel am Haarbach für Öffentlichkeit gesperrt

Aachen : Ausflugsziel am Haarbach für Öffentlichkeit gesperrt

Die Hoffnungen der Haarener Bezirksvertreter, die Umzäunung eines beliebten Ausflugsziels am Haarbach noch verhindern zu können, haben sich endgültig zerschlagen. Noch im Laufe des kommenden Monats soll das Hochwasserrückhaltebecken Kahlgracht aus Sicherheitsgründen komplett eingezäunt und abgeriegelt werden.

Viele Spaziergänger und Erholungssuchende werden sich dann umorientieren und ein neues Ziel suchen müssen. Mit Beifall wird der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) für seine Absperrpläne kaum rechnen können, das weiß auch Verbandssprecher Marcus Seiler, doch eine Alternative gebe es wegen der Verkehrssicherungspflicht nicht. „Das ist eine schöne Ecke, keine Frage“, sagt Seiler, „aber die Gefahr ist wirklich sehr groß.“

Der Zaun soll künftig sicherstellen, was mit den rund ums Becken aufgestellten Verbotsschildern nie gelungen ist: ungebetene Besucher fernhalten. Etliche Trampelpfade entlang des Haarbachs zeugen davon, wie beliebt die Ecke ist. Dort werden seit vielen Jahren Hunde ausgeführt, Kinder stapfen durchs seichte Wasser, Pärchen lassen sich auf der Wiese nieder. Im vergangenen Jahr hat auch die Raver-Szene das Gelände als Austragungsort für heiße Techno-Partys entdeckt. Die massiven Beschwerden über Lärm und Müll haben endgültig den Ausschlag gegeben, das Becken abzusperren.

In dem Bereich seien unverhofft auftretende Wellen nie auszuschließen, sagt Seiler. Hunde und auch Kinder könnten schnell mitgerissen werden. Insbesondere im tiefen Becken am Auslaufbauwerk gebe es durch die starke Sogwirkung dann keine Rettung mehr. Auch bei Starkregen bestehe Lebensgefahr. Denn das Becken, das die Haarener Wohngebiete vor Hochwasser schützen soll, laufe dann in kurzer Zeit voll. Zuletzt sei dies etwa bei dem schweren Unwetter Ende April geschehen. Seiler will sich nicht ausmalen, was geschehen wäre, wenn dort etwa Betrunkene im Gras gelegen hätten.

Rechtlich habe der WVER keine andere Wahl mehr, musste daher inzwischen auch Bezirksbürgermeister Ferdinand Corsten einsehen, der zuvor zu den vehementesten Gegnern des nun geplanten Zauns gehörte. „Das tut mir auch persönlich weh“, sagt er. Schließlich habe er schon als Kind am Haarbach gespielt. „Ich kenne da jeden Stein.“ Doch auch er musste nun einsehen, dass es mit den Verbotsschildern allein nicht länger getan ist. „Da kann niemand mehr die Verantwortung übernehmen. Sie sind dran, wenn etwas passiert“, sagt er und verweist auch auf zwei Anzeigen, die inzwischen bei der Polizei eingegangen sein sollen. Das Ganze sei halt eine „sehr unglückliche Situation“.

So werden also viele Erholungssuchende in dem Grünzug schon bald auf einen Zaun stoßen. Das Material liege schon bereit, sagt Seiler, nun müsse nur noch der Aufbautermin mit der beauftragten Firma abgestimmt werden. Der Zaun soll um das gesamte gut 500 Meter lange und bis zu 40 Meter breite Becken von seinem Auslaufbauwerk unterhalb der Autobahnbrücke bis in Richtung Kahlgrachtmühle gezogen werden.

Mehr von Aachener Nachrichten