Bahnüberführung Nirmer Straße: Aus der Traum von der Erweiterung

Bahnüberführung Nirmer Straße : Aus der Traum von der Erweiterung

Es hätte so schön sein können: Für die Jahre 2023/2024 plant die Deutsche Bahn (DB) die Erneuerung der Eisenbahnüberführung Nirmer Straße. Da diese Absicht bereits seit einigen Jahren bekannt ist, war man in der Eilendorfer Bezirksvertretung auf die Idee gekommen, die Durchfahrt des heutigen Straßentunnels am nördlichen Ende der Nirmer Straße von derzeit knapp 4,40 Meter auf 5,50 Meter zu vergrößern.

Der Hintergedanke: Wenn die Bahn ohnehin erneuern will, könne man auch die Durchfahrt ohne große Kosten verbreitern. Aber bei der ersten Überlegungen im Jahre 2015 zeigte sich bereits, dass die Stadt die Mehrkosten für die Verbreiterung selbst zu tragen hätte.

Damals kam man bei geschätzten Baukosten von insgesamt gut 2,6 Millionen Euro auf einen Eigenanteil der Stadt von etwas mehr als 380 000 Euro. Das ist zwar nicht wenig, aber für das Ergebnis, das man bekommen hätte, durchaus akzeptabel, wäre doch die ungeliebte Engstelle, in der sich Fußgänger und Autos gefährlich nahe kommen, entschärft worden.

Nun wird aber daraus nichts werden, denn bei der sehr viel konkreteren Vorplanung, die jetzt von der DB Netz vorgenommen wurde, haben sich erhebliche Kostensteigerungen ergeben. So werden die Herstellungskosten der aufgeweiteten Eisenbahnüberführung jetzt auf rund 5,5, Millionen Euro geschätzt, von denen der Eigenanteil der Stadt bei 1,7 Millionen Euro liegen würde. Außerdem müsste die Stadt die gesamten Baukosten vorfinanzieren und bekäme anschließend von der Bahn den Betrag erstattet, der ohne die Erweiterung angefallen wäre.

Als Gründe für die Kostensteigerung werden von der DB Netz angegeben: Anpassung der Oberleitungsanlage, die Gründung mit Bohr- oder Mikrobohrpfählen sowie erhöhter Aufwand für Planung, Koordination und Ausführung. Hinzu kommt, dass das Bauwerk mit der Aufweitung seinen Bestandsschutz verlöre und somit für die angrenzende Wohnbebauung eine Schallschutzwand erforderlich wäre. Doch damit nicht genug: In ihrer Kostenschätzung weist die DB Netz darauf hin, dass diese auf der Grundlage der aktuellen Marktpreise und vorhandenen Kapazitäten erfolgt ist. Das aber bedeutet, dass die Kosten, wenn die Maßnahme denn tatsächlich in gut vier Jahren umgesetzt wird, noch einmal eine Ecke höher sein dürften.

Ertüchtigung statt Erweiterung

Daher hatte die Fachverwaltung für die Bezirksvertretung eine Vorlage erstellt, wonach der Wunsch auf Erweiterung der Eisenbahnüberführung zurückgenommen und stattdessen eine Ertüchtigung angestrebt wird.

Zunächst wollten die Mitglieder der Bezirksvertretung die Vorlage noch zurückzuweisen, doch als sie erfuhren, dass die Deutsche Bahn sich strikt an die gesetzlichen Vorgaben halten wolle und deshalb die für die Stadt entstehenden Kosten in keinem vernünftigen Verhältnis zum möglichen Ergebnis stünden, nahmen sie zähneknirschend die Vorlage einstimmig an.