Auftakt zur Gesprächsrunde Tivoli-Talk bei Alemannia Aachen

„10 Jahre neuer Tivoli – Fluch und/oder Segen?“ : Wie wird ein neues Fußball-Stadion zu einem Zuhause?

Die Organisatoren haben ein hehres Anliegen – der Tivoli soll stärker in den Herzen der Fan-Schar verortet werden. „Heimat, ein Zuhause der Tivoli-Familie“, hatte Alois Poquett den Eigenanspruch an den neuen Tivoli-Talk im Vorfeld formuliert.

Er selbst ist über die Via Integration unter anderem Betreiber des Fan-Lokals Klömpchensklubs im Stadion und hatte gemeinsam mit Fred Tribbels dorthin eingeladen, um mit Gästen über den Tivoli, die Alemannia, die ganze schwarz-gelbe Welt zu reden. Ein Verzäll mit ernstzunehmenden Inhalten. Der Auftakt: „10 Jahre neuer Tivoli – Fluch und/oder Segen?“

Tribbels schlüpfte selbst in die Rolle des Moderators und begrüßte Alemannia-Präsident Dr. Martin Fröhlich, als einen seiner zahlreichen Vorgänger Professor Horst Heinrichs, den Geschäftsführer der Stadion GmbH Bernhard Deil und drei ehemalige Spieler: Ralph Gunesch, Thomas Stehle und Reiner Plaßhenrich. Sie alle eint eine Verbindung mit dem Stadion aus unterschiedlicher Sicht. Und alle haben die Eröffnung des Stadions vor zehn Jahren eher indirekt miterlebt – verletzungsbedingt als Spieler oder eben als ganz normale Zuschauer. Alle erinnern sich natürlich an das 0:5 gegen St. Pauli, das die Premiereneuphorie atomisierte.

Es wurde offensichtlich, dass der Tivoli wie fast alle neuen Stadion die jeweils Verantwortlichen vor eine besondere Herausforderung stellt. Wie kann man die Seele aus den alten Spielstätten hinüberretten. „Der Muff in der Kabine hat niemanden gestört, aber das neue Stadion war ein Event“, skizzierte Thomas Stehle den Spagat, den Spieler und Zuschauer bewältigen müssen. „Der alte Tivoli war Magie. Und die wollen wir wieder herstellen – auch wenn das in der vierten Liga schwer ist. Aber deshalb engagieren wir uns ehrenamtlich“, formulierte Martin Fröhlich die Herausforderung. Fluch oder Segen? Die Frage stelle sich nicht, man spiele nun mal im neuen Stadion.

Eins der schönsten Stadien

Dieses bezeichnete Stadionmanager Bernhard Deil als eines der schönsten Deutschlands, grundsätzlich in „einem Top-Zustand“. Die Stadt Aachen könne nicht mehr tun als diese Spielstätte zur Verfügung zu stellen. „Spielen müssen immer noch die Spieler.“

Einig waren sich alle Teilnehmer der Veranstaltung, dass die Platzkapazitäten neben dem Hauptstadion erheblich ausgebaut werden müssten, um zum Beispiel der Jugend oder dem Frauenfußball bessere Möglichkeiten zu bieten. Einen Königsweg weiß aber niemand. Immerhin gab Bernhard Deil die Zusage, auch Frauen- und Jugendteams im Hauptstadion spielen zu lassen und dieses so stärker zu nutzen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass entsprechende Organisations- und Aufsichtsstrukturen gegeben seien. Hier ist dann wieder der Verein in der Pflicht.

Natürlich nutzten die rund 100 Gäste im Klömpchensklub die Gelegenheit zu Fragen und Anregungen. Zum Beispiel die nach einem Jugendkoordinator, nach einer zweiten Mannschaft, nach einem Sportdirektor. Berechtigte Fragen an einen Erst- bis Drittligisten. Aber Stadionmanager Deil sagte auch: „Die Finanzen muss der Verein aus eigener Kraft akquirieren…“

Das Format des Tivoli-Talks wurde in jedem Fall angenommen, im Klömpchensklub ist ein Stück Zuhause umgesetzt. Die Fortsetzung soll am 30. September sein wieder um 20 Uhr. Das Thema soll dann von der aktuellen Entwicklung geprägt sein.

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