Auftakt für das Projekt „Gesunde Familiengrundschule Aachen“

Grundschule Driescher Hof : Lernen, was guttut und gesund ist

Gesunde Ernährung, Bewegung und ein gutes Miteinander: Das sind die Säulen des Projekts „Gesunde Familiengrundschule Aachen“, das jetzt an den beiden Grundschulen Am Haarbach und Driescher Hof offiziell gestartet ist.

Wenn an der Grundschule Driescher Hof im zweiten Schuljahr der Schwimmunterricht losgeht, dann können in der Regel erst etwa 15 Prozent der Kinder schwimmen. „Viele Schüler gehen im Schwimmunterricht sogar überhaupt zum ersten Mal ins Wasser“, berichtet Schulleiterin Monika Wagner. Der Kurs Wassergewöhnung im Rahmen des Projekts „Gesunde Familiengrundschule Aachen“ soll nun Kinder gemeinsam mit ihren Eltern spielerisch mit dem nassen Element vertraut machen. Denn auch viele Väter und Mütter haben große Scheu vor dem Wasser, erfährt Wagner immer wieder. Es waren auch Eltern, die sich im wöchentlichen Elterncafé der Schule ausdrücklich so einen Wasserkurs gewünscht hatten.

Bereits seit 2015 sind die Grundschulen in Haaren und am Driescher Hof als Familiengrundschulen unterwegs. Analog zu den Familienzentren in den Kindertagesstätten laden die beiden Schulen Familien aus dem Stadtteil ein und gestalten mit ihnen Angebote, die auf die Bedürfnisse und Wünsche der Eltern und Kinder abgestimmt sind. Die Elterncafés sind dabei ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. Nun tun beide Schulen den nächsten Schritt und stellen das Thema Gesundheit in den Mittelpunkt.

Der Auftakt in der GGS Driescher Hof bot am Dienstag schon einen kleinen Vorgeschmack auf das, was alles denkbar ist. Eine Schülergruppe bearbeitete mit Hingabe westafrikanische Trommeln, in der Turnhalle war ein riesiger Kletter- und Bewegungsparcours aufgebaut. Und in den Räumen der Offenen Ganztagsschule wurden mittags gesunde Wraps mit Gemüsefüllung serviert.

Die „Gesunde Familiengrundschule“ ist zunächst auf drei Jahre angelegt. Die Krankenkassen und -verbände in NRW unterstützen das Projekt mit 272.000 Euro. „Unser Ziel ist es, gesundheitliche Chancengleichheit herzustellen“, erläuterte Monika Heimes (Techniker-Krankenkasse) als Vertreterin der gesetzlichen Krankenkassen. Als Projektleiterin hat Diana Wittmann vom städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Schule die Fäden in der Hand. Inga Eckartz besucht als Gesundheitskoordinatorin regelmäßig die beiden Schulen. Das städteregionale Gesundheitsamt ist ebenfalls mit im Boot.

„Wir wollen nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern erreichen“, betont Annette Tiltmann vom Fachbereich Kinder, Jugend und Schule. „Nur so können wir Veränderungen im Alltag anstoßen.“ Eltern, Kollegien und die Kinder beider Schulen werden zunächst ausführlich nach ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt. Daraus sollen dann konkrete Angebote entwickelt werden. Das Projekt „Gesunde Familiengrundschule“ sei ein weiterer Baustein im Aufbau einer systematischen Präventionskette in der Stadt Aachen, sagt Tiltmann.

Die Grundschulen Mataréstraße und Schönforst werden derzeit ebenfalls zu „Gesunden Familiengrundschulen“ weiterentwickelt. Hier kommen Projektmittel aus dem Europäischen Sozialfonds zum Einsatz. Apropos Finanzen: Die Angebote der beiden Familiengrundschulen in Haaren und Driescher Hof sind mit städtischen Geldern in diesem Jahr noch gesichert. Ab Herbst muss die Politik im Rahmen der Haushaltsberatungen die Weichen neu stellen. Mit Blick auf das neue Gesundheitsprojekt hoffen alle Beteiligten sehr, dass es weitergeht mit den Familiengrundschulen.

Die „Gesunde Familiengrundschule“ soll ausdrücklich über die Schule hinaus ins Quartier wirken. Und hier sieht Schulleiterin Monika Wagner wichtige Ansatzpunkte, auch für die Kommune. So warteten Eltern und Kinder weiterhin auf die Neugestaltung des Spielplatzes an der Stettiner Straße. Und ein großer Raum, den Familien auch einmal für ein Fest mieten könnten, sei im Viertel schlichtweg nicht vorhanden. „Solche Angebote haben auch etwas mit Wertschätzung der Familien zu tun“, betont Wagner.

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