Vermittlungsergebnisse: Aufschwung auch auf dem Aachener Arbeitsmarkt

Vermittlungsergebnisse : Aufschwung auch auf dem Aachener Arbeitsmarkt

Die günstige Entwicklung setzt sich auch bei Zahlen des Jobcenters fort: Das Jobcenter der Städteregion hat für Aachen eines der besten Vermittlungsergebnisse der vergangenen Jahre eingefahren.

Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters der Städteregion Aachen, freut sich über die guten Zahlen: „Die Beschäftigungsquote geht weiter nach oben. Wir haben im Vergleich Sommer 2016 zu Sommer 2018 erfreulicherweise 20 Prozent weniger Langzeitarbeitslose zu vermelden gehabt.“

Die Zahl der Empfänger von Sozialleistungen hat sich somit auch im vergangenen Jahr wieder verkleinert. 4076 Menschen sind in der Stadt Aachen im vergangenen Jahr aus einer Beschäftigungslosigkeit, die länger als ein Jahr angedauert hat, wieder in einen sozialversicherungspflichtigen Job vermittelt worden. Somit sind mit Stand vom 30. Juni 2018 insgesamt fast 133.000 Aachener in einem festen Arbeitsverhältnis gemeldet gewesen.

Damit nicht genug. Der Arbeitsmarkt sei weiterhin sehr aufnahmefähig, vor allem für gut ausgebildete Arbeitskräfte, so Graaf. Zwar sei die Zahl der Arbeitslosen im Rahmen der Flüchtlingswelle in 2016 zunächst angestiegen. Die Situation habe sich aber nun mehr als beruhigt.

Das sagt auch Graafs Kollegin Brigitta Brinker, die beim Jobcenter der Städteregion für die Vermittlung in Arbeit zuständig ist. „Gerade die Geflüchteten sind hochmotiviert, besonders wenn es um Aus- und Fortbildungen geht.“

Nachdem es im Juli 2017 zu einem Höchststand bei den Leistungsberechtigten von 19.336 Menschen in Aachen gekommen war, lag deren Zahl 2018 nun nur noch bei 18.063 Leistungsbeziehern.

Beobachten müsse man hingegen die langfristige Entwicklung. Obwohl die Geflüchteten gut in Ausbildungsverhältnisse gekommen seien, gebe es doch immer noch Probleme beim Thema deutsche Sprache. Die meisten Arbeitgeber erwarten den Nachweis des europäischen Sprachniveaus B2, so Brinker. Nicht alle Geflüchteten hätten das bereits geschafft. Brinker ist aber optimistisch, dass das Ziel erreicht werden könne.

Der „Integration Point“ der Arbeitsagentur in der Roermonder Straße arbeite sehr erfolgreich. Dort erhalten Flüchtlinge und alle anderen Menschen mit Migrationshintergrund Hilfe bei der Suche nach Integrations- und Sprachkursen. „Wir konnten hier sogar für die Menschen ein Angebot machen, die schon ganz lange hier leben und noch nicht richtig Deutsch können.“

Probleme bereitet dem Jobcenter nach wie vor das Thema Kinderarmut. Zwar leben weniger Familien unterhalb der Bedarfsgrenze, doch beziehen insgesamt immer noch zwölf Prozent der Aachener Leistungen des Jobcenters. Damit die Kleinsten darunter nicht mehr als nötig leiden müssen, wirbt das Jobcenter dafür, für Klassenfahrten und Artikel, die Kinder für die Schule brauchen, zusätzlich Geld beim Jobcenter zu beantragen. Die Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung werden allerdings regelmäßig nicht komplett abgerufen.

„Mir wäre es lieber, die Schulen bekämen das Geld direkt, aber das geht aus rechtlichen Gründen nicht. Leider ist das in Deutschland wieder besonders kompliziert“, so Jobcenter-Leiter Graaf. Die meisten Langzeitarbeitslosen leben allerdings in Einpersonenhaushalten. Brigitta Brinker meint: „Über die Hälfte unserer Kunden, die wir langfristig nicht vermitteln können, leiden an Krankheiten. Häufig psychischer Art. Das ist mit dem Alleineleben eng verknüpft.“

Mehr von Aachener Nachrichten