Theater in Brand: Auf Undercover-Mission in der Martin-Luther-Kirche

Theater in Brand : Auf Undercover-Mission in der Martin-Luther-Kirche

Benedikt Spiertz beendet den letzten Satz seines Textes, das Licht geht aus, es folgt begeisterter Applaus. Die erste von insgesamt acht Vorführungen der Theatergruppe der Brander Martin-Luther-Kirche ist vorbei. „Vielen Dank für Euer Kommen!“, bedankt sich Pfarrer Uwe Loeper beim Publikum.

Seit 1997 führt der 61-Jährige mit einer Gruppe von Laiendarstellern der Kirchengemeinde in Brand im November ausgewählte Theaterstücke auf.

Im Mittelpunkt stehen hierbei neben der Unterhaltung zahlreiche Spendenaktionen für weltweit aktive Organisationen, aber auch die Teilhabe älterer Menschen und Senioren am öffentlichen Leben im Stadtteil. „Die Nachfrage nach Karten war auch in diesem Jahr wieder sehr hoch, alle unsere Vorstellungen sind bereits ausgebucht“, freut sich Uwe Loeper.

In diesem Jahr zeigt das kleine Ensemble Matthias Hahns Kriminalkomödie „Der Frosch mit der Peitsche“, angelehnt an diverse Edgar Wallace-Filme. Der immer wieder gescheiterte Londoner Inspektor Bliss, den Spiertz verkörpert, will nach etlichen Jahren endlich den gefürchteten, als Frosch getarnten Kriminellen dingfest machen, der in einer ländlichen Gegend nahe der englischen Hauptstadt seit langer Zeit sein Unwesen treibt. Zusammen mit seiner tollpatschigen Assistentin Manders begibt er sich im Rahmen einer Undercover-Mission auf ein abgelegenes Schloss, fest entschlossen, seine Zielperson unter den dort anwesenden Gästen zu entlarven. Er kommt mit diesen ins Gespräch und bemerkt schnell, dass nicht alles so ist, wie es zunächst scheint.

Kirchenaltar wird zur Bühne

Ermöglicht werden die Aufführungen durch ein hohes Maß an ehrenamtlicher Arbeit und viel freiwilliges Engagement. „Es macht uns nach wie vor sehr viel Spaß, jährlich den Menschen unserer Gemeinde mit unseren Stücken eine Freude zu machen“, erklärt Darstellerin Petra Brilon die Motivation. „Für mich persönlich ist es immer schön zu sehen, wie sich der Kirchenaltar in eine Bühne verwandelt“, fügt Ekkehard Höhl hinzu.

Selbstverständlich macht die Gruppe auch ein paar Fehler, aber das gehört dazu: „Die Gemeinde kennt das, Versprecher sorgen immer für Lacher und machen die Atmosphäre etwas gemütlicher und unbeschwerter“, berichtet Hanne Gersch schmunzelnd.

Die Theatergruppe beginnt meistens nach den Sommerferien mit ersten Lesungen des Stücks und anschließender Rollenverteilung. Bei der Auswahl der Werke spielen vor allem die Zahl der benötigten Schauspieler, die Schwierigkeit des Stückes und das erforderliche Bühnenbild eine Rolle. Dann beginnen die mit viel Arbeit verbundenen Proben, deren Dichte bis Anfang November zunimmt.

Statt Eintritt zu verlangen, hofft die Martin-Luther-Kirche auf Spenden. Dieses Jahr wird neben der Nichtregierungsorganisation German Doctors, die Ärzte unentgeltlich in Entwicklungsländer sendet, für das von der St. Donatus Kirche geleitete Brander Partnerschaftsprojekt CERSI und eine Ausstellung zur Prävention vor sexuellem Missbrauch, des weiteren für die Wabe e.V. gesammelt.