Aachen: Auf dem Sommerbend kann eigentlich nichts mehr schiefgehen

Aachen: Auf dem Sommerbend kann eigentlich nichts mehr schiefgehen

55 Din-A-4-Seiten für die Sicherheit: So dick ist das Konzept des Eurogress rund um den Jahrmarkt, seine Besucher und dem Bemühen, dass während des Sommerbends nichts passiert.

Gerade nach den Duisburger Ereignissen im Juli vorigen Jahres sind die Aufsichtsbehörden sensibel geworden, wenn Massenveranstaltungen angeboten werden. Denn zuviel ist passiert, zu viele Tote und Verletzte waren zu beklagen. Deshalb hat NRW-Innenminister Ralf Jäger auch einen entsprechenden Erlass herausgegeben, der alles klärt, was bei Großveranstaltungen alles passieren kann.

Kein Veranstalter und keine Behörde, die grünes Licht gibt, kann es sich mehr leisten, irgendwelche Sicherheitsaspekte außer acht zu lassen. „Wir haben gründlich gearbeitet”, sagt Kristina Wulf, die Chefin des Euro­gress. Sie ist verantwortlich für die Bendkirmes, also auch für die Sicherheit, denn das Eurogress managt auch den Öcher Bend.

Per Funk jederzeit erreichbar

„Erstmals haben wir eine Lautsprecheranlage installiert”, erklärt die Eurogress-Chefin. Zu bestimmten Fahrgeschäften - nämlich denen mit der lautesten Musik - hat der Bendmanager Peter Krings Funkkontakt. So kann er im schlimmsten Fall schnell Kontakt aufnehmen und die Musik einstellen lassen. Damit die Rummel-Bummler auch Anweisungen mitbekommen. Die Gefahr, dass im Fall der Fälle mögliche Anweisungen nicht bei den Schaustellern ankämen, bestünde nicht, so Wulf.

„Die Schausteller, die Funkgeräte bekommen haben, haben sich verpflichten müssen, sie immer angeschaltet zu lassen, sodass ein ständiger Informationsaustausch sicher ist”, begründet Eurogress-Chefin Wulf ihren Optimismus. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des neuen Sicherheitskonzeptes ist die Präsenz von bis zu acht Ordnern auf dem Veranstaltungsgelände, die auftretenden Problemen. direkt begegnen sollen.

Im Notfall würden sie zudem ihren jeweilig zugewiesenen Ausgang besetzen und die Besucher vom Gelände auf einen verabredeten Sammelplatz leiten. Geholfen wird den Gästen zusätzlich durch Hinweisschildern, die auf die vier Ausgänge des Rummelplatzes hinweisen. Die Ordner gehören einem privaten Sicherheitsunternehmen an, sind uniformiert und „entsprechend nach Paragraph 34 Gewerbeordnung ausgebildet”, versichert Kristina Wulf. An den Bendtagen laufen die Ordner auch „Streife”.

Der vor ein paar Jahren neu errichtete Zaun stellt bei der Räumung kein Hindernis dar, da die Veranstalter für das Gelände genügend Spielraum sehen. „Maximal 12 000 Leute sind an Spitzentagen auf einmal auf dem Platz”, schätzt Kristina Wulf. Dennoch, das Gelände ist auf 13 800 Menschen ausgelegt. Soviele können in Gefahrensituationen vom Areal aus weg geleitet werden.

Dies wurde im Vorfeld bei der Erarbeitung eines Flucht- und Rettungsplanes von den Organisatoren in bisher zwei Treffen mit der Polizei, Feuerwehr und dem Sicherheitsdienst ermittelt. Desweiteren einigte man sich auf Empfehlungen der Stadt Aachen darauf, die Anzahl von Sanitätern zu erhöhen. „An besonderen Tagen werden zwölf Sanitäter, ein Krankenwagen und ein Rettungswagen vor Ort sein, um mögliche Verletzte oder andere Kranke schnellstmöglichst versorgen zu können”, sagt Kristina Wulf.

Tägliche Einsatzbesprechung

Neu ist auch, dass täglich eine Einsatzbesprechung vorgenommen wird. Dann treffen sich die relevanten Personen, vom Bendmanager Krings über die Polizei, die Feuerwehr und Sanitätsdienst, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Angeschafft worden sind auch Absperrgitter, die auf den rund um den Bendplatz liegenden Straße aufgebaut werden können und auch auf dem möglichen Sammelplatz für Verletzte. Dafür ist der Republikplatz vorgesehen.

„Ich glaube wir haben ein gutes Konzept entwickelt. Aber nach Duisburg war das ja auch sehr wichtig. Denn dort sind viele Fehler gemacht worden”, schätzt die Eurogress-Chefin ein.

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