Aachen: Auf dem Katschhof wird wieder im Sandkasten gebuddelt

Aachen : Auf dem Katschhof wird wieder im Sandkasten gebuddelt

Manche mögen sich geärgert haben, als die Wolken am Samstagmittag immer mal wieder einige Tropfen fallen ließen. Für eine Gruppe Kinder, die sich auf dem Katschhof zusammengefunden hatte, war es aber genau das, was noch fehlte. „Beton braucht schließlich auch Wasser, bevor er fest wird“, sagte ein Junge treffend, während er an seinem Bauwerk herumklopfte.

Seit dem Wochenende ist der Archimedische Sandkasten zwischen Dom und Rathaus wieder jeden Tag für große und kleine Baumeister geöffnet.

Weil dieser früher als geplant fertig aufgebaut war, buddelten sich die ersten von ihnen schon am Freitag durch die rund 140 Tonnen Sand. Auch Marc Hoven und seine beiden Kinder kommen schon seit drei Jahren immer wieder zum Spielen und Entspannen auf den Katschhof. „Wir haben diesmal schon den Aufbau des Sandkastens beobachtet und sind jetzt voll und ganz zufrieden mit dem Resultat“, sagte er.

Gesellschaftlicher Treffpunkt

Es sind aber auch die Ruhe und der offene Freiraum zum Spielen, die zuverlässig Eltern und Kinder in die Stadt locken. Qualitäten, die vielerorts oft zu kurz kommen in den lärmgeplagten und von Autos verstopften Innenstädten. „Hier ist es geschützt, und ich kann die Kleinen laufen lassen, weil eben gerade keine Straßen in der Nähe sind“, erklärte Katja Esser, die am Samstag ebenfalls mit ihren Kindern den neuen Sandkasten besuchte. Darüber hinaus sei dieser zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt geworden, dessen Bedeutung weit über das Spielen hinausgehe.

Tatsächlich gehören zu dem Sandkasten nicht nur sein feinkörniger Inhalt, sondern auch die Holzskulpturen drumherum — womit ausdrücklich nicht die Liegestühle gemeint sind. In diesem Jahr baut ein Team aus Helfern des Vereins Round Table 58 gleich nebenan das Oktogon und das Sechzehneck des Doms aus Holzbalken nach. „Wir gehen da ganz ähnlich vor wie Kaiser Karl. Der hat auch erst die Pfalzkapelle in der Mitte bauen lassen, und diese wurde dann schrittweise nach außen hin erweitert“, sagte Frank Medefindt, unter dessen Anleitung das Gerippe entstand.

„Die Idee dazu war in fünf Minuten geboren und in einem halben Jahr umgesetzt“, schob er noch hinterher, bevor er sich wieder an die Arbeit machte. Ab Montag dürfen dann die Kinder den Holzbau ganz im Sinne des Namensgebers Archimedes von Syrakus erweitern.

Der griechische Mathematiker und Ingenieur war in der Antike schließlich ebenso bekannt wie berüchtigt für seine abenteuerlichen Konstruktionen.

Davon dürften auch auf dem Katschhof demnächst noch einige zu sehen sein: Noch bis zum 19. August ist der Archimedische Sandkasten jeden Tag von 9 bis 22 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.