Auf Areal einer alten Aachener Tuchfabrik ist ein Wohnquartier geplant

Tuchfabrik Charlottenstraße : Ein Wettbewerbssieger ist gefunden

Auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik Aachen an der Charlottenstraße soll ein neues „lebendiges Innenstadtquartier“ entstehen. So schwebt es der Aachener Immobilien Gesellschaft des Investors Gerd Sauren vor, die jetzt das Ergebnis eines von ihr ausgelobten Realisierungswettbewerbs bekanntgegeben hat.

Damit hat ein vor gut einem Jahr eingeleitetes Verfahren zur städtebaulichen Entwicklung dieses Blockinnenbereichs im Eck von Charlotten- und Sophienstraße seinen vorläufigen Abschluss gefunden. Mehrere Architektenbüros waren aufgefordert, ihre Entwürfe für eine viertelverträgliche Bebauung und „maßvolle Nachverdichtung“ des insgesamt rund 34.000 Quadratmeter großen Areals einzureichen und zugleich die Vorgaben der Denkmalschützer zu beachten. Insbesondere muss der denkmalgeschützte Wasserturm erhalten werden, der einst vom RWTH-Professor und Talsperren-Spezialist Otto Intze entworfen wurde und das Gelände bis heute wie ein Wahrzeichen prägt.

Das Kölner Büro Astoc ist dieser Vorgabe aus Sicht der Wettbewerbsjury unter Vorsitz von Professor Karl-Heinz Petzinka in besonderer Weise gerecht geworden. Der Kölner Entwurf, in dem der Wasserturm in Gänze erhalten wird und weitere Fassadenteile der ehemaligen Tuchfabrik in die geplanten Neubauten integriert werden, wurde von der Jury einstimmig mit dem ersten Preis ausgezeichnet und zur Realisierung empfohlen. Der zweite Preis ging an die hks architekten GmbH in Aachen, der dritte Preis an das Berliner Architektenbüro Weinmiller.

In dem Hinterhofgelände, in dem vor einigen Jahren noch der Tanzsportclub TSC Schwarz-Gelb Aachen seine Halle hatte, wird künftig eine Mischung von Gewerbe und Wohnen angestrebt. Kleinere Start-Up-Unternehmen und Firmen aus der Kreativszene könnten dort ihre neue Heimstatt finden, heißt es seitens des Büros von Gerd Sauren. Auch an ein Café ist gedacht. Gut zwei Drittel der gesamten Nutzungsfläche – geplant sind bis zu 18.000 Quadratmeter – sollen jedoch Wohnfläche werden. Rund 150 neue Wohnungen seien nach ersten Schätzungen denkbar. Öffentlich geförderter Wohnraum – wie ihn die Politik gerne sehen würde – ist nach jetzigem Stand allerdings nicht geplant.

Weitere Details müssen noch in der nun beginnenden Überarbeitungsphase geklärt werden, wobei die Geschosshöhen von der umliegenden Bebauung entlang der Charlotten- und Sophienstraße vorgegeben werden. Ohnehin müssen auch noch die Denkmalschützer und die städtischen Fachverwaltungen ihren Segen geben. Vor Mitte nächsten Jahres wird es somit aller Voraussicht nach keine sichtbaren Veränderungen auf dem Gelände geben.

Wer sich von den Planungen und auch den anderen Entwürfen ein Bild machen will, hat dazu ab kommenden Montag, 4. Februar, bis Donnerstag, 7. Februar, Gelegenheit. Jeweils von 16 bis 19 Uhr können die Pläne in der ehemaligen Tanzsporthalle, Charlottenstraße 14, besichtigt werden.

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