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Aachen: Auch Stolberg will in Eilendorf auf die A44

Aachen : Auch Stolberg will in Eilendorf auf die A44

Mit Spannung erwartet man beim Landesbetrieb Straßenbau das Ergebnis des „Masterplans Landesstraßen“, auch mit Blick auf Aachen. Bei der Bedarfsplanung für Landesstraßen wird festgelegt, wie die verschiedenen Straßenprojekte im Land priorisiert werden.

„Wir erwarten in Kürze Meldung“, erklärt Silke Ulhas, Planerin beim Landesbetrieb. Dann soll auch mehr darüber bekannt werden, wie es mit dem Projekt „L221n Ortsumgehung Eilendorf“ samt Autobahnanschluss an die A44 weitergeht. Dahinter verbirgt sich die Verlängerung der Debye­straße über die Autobahn hinweg, an Eilendorf vorbei bis an die Von-Coels-Straße in Richtung Stolberg-Atsch. Gerade aus Richtung Stolberg gewinnt das Thema Autobahnanschluss Eilendorf dieser Tage wieder an Aktualität. Es geht um Gewerbeflächen. Denn die sind in Stolberg wie auch in Aachen mittlerweile Mangelware.

Die Stolberger CDU hat einen Antrag gestellt, wonach der dortige Stadtrat die Verwaltung damit beauftragen soll, die Ausweisung des Gewerbegebiets „Buschmühle“ zu planen. Dieses Gewerbegebiet soll dort entstehen, wo sich derzeit der stillgelegte Friedhof Buschmühle befindet, und damit in unmittelbarer Nähe zum Stolberger Stadtteil Atsch, zum neuen Autobahnanschluss und zu Eilendorf. „Es ist sehr sinnvoll in der Nähe der einzigen Stolberger Anschlussstelle zu einer Bundesautobahn Gewerbeflächen zu entwickeln“, argumentiert die Stolberger CDU. Außerdem stünden der Entwicklung keinerlei Anwohnerinteressen entgegen.

Bis es soweit ist, dass man von Eilendorf aus direkt auf die Autobahn kommt und in Stolberg ein Gewerbegebiet entsteht, wird es aber noch eine Weile dauern, wie Silke Ulhas von Straßen.NRW erklärt: „Derzeit werden sogenannte Prüfbemerkungen in den Entwurf eingearbeitet.“ Ende des kommenden Jahres/Anfang 2020 könnte man aber in das Planfeststellungsverfahren einsteigen. „Das dauert erfahrungsgemäß ein paar Jahre“, schätzt Ulhas. Dann kommt es darauf an, wann der Plan rechtskräftig wird, und vor allem, ob es Klagen dagegen geben wird. „Sobald ein Beschluss da ist, fangen wir an zu bauen.“ Wann das aber sein wird, wagt sie nicht zu prognostizieren. „Zu diesem Zeitpunkt wäre das Kaffeesatzleserei.“

Geplant ist, die Debyestraße in Brand in Richtung Eilendorf auszubauen und über die Autobahn hinweg zu verlängern. An der Stelle, wo die Freunder Straße auf die Debyestraße trifft, soll dann die geplante L221n entstehen, und auch der Eilendorfer Anschluss an die Autobahn A44, auf den die Stolberger mit großem Interesse schauen. Letztlich könnte dieser Anschluss auch Einfluss auf den Pendlerverkehr durch Eschweiler haben, da man im Ministerium davon ausgeht, dass viele Stolberger den Eilendorfer Zubringer nutzen würden statt wie bisher durch Eschweiler auf die A 4 zu fahren.

Und selbstverständlich interessiert auch die Aachener das Thema: So hat die SPD Brand beispielsweise erst Anfang März eine Anfrage an den Bezirksbürgermeister Peter Tillmanns in dieser Sache gestellt, und zwar im Zusammenhang mit dem maroden Tunnel Trierer Straße/Madrider Ring und der Autobahnbrücke am Ortseingang von Brand. Weil bei einer Sanierung mit erheblichen Verkehrsproblemen für Brand zu rechnen sei, argumentiert die SPD, sei es für den Aachener Süden wichtig, dass die Anschlussstelle Eilendorf fertiggestellt werde, bevor man mit den Sanierungsarbeiten in Brand beginnen kann.

Problem: Finanzierung

Immer wieder hatte die Landespolitik das Thema Autobahnanschluss Eilendorf auf die Tagesordnung gesetzt. Ein Problem war stets die Finanzierung, die nicht alleine durch den Bund, sondern eben auch durch das Land Nordrhein-Westfalen gesichert sein muss. Denn die neue Straße, rund 2,5 Kilometer lang, ist eine Landesstraße. Auch die geplanten Kreisverkehre müssten vom Land finanziert werden. So hatte der ehemalige Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) beispielsweise im Jahr 2014 erklärt, dass spätestens 2016 mit dem Planfeststellungsverfahren und 2017 mit dem Bau der Ortsumgehung Eilendorf begonnen werden könnte.