Aachen: Auch die Radler kommen an Karl nicht vorbei

Aachen: Auch die Radler kommen an Karl nicht vorbei

„In diesem Jahr kommen wir an Karl nicht vorbei“, meinte Umweltdezernentin Gisela Nacken, als sie den diesjährigen Fahrradsommer offiziell eröffnete. Rund 80 Radler waren der Einladung gefolgt, um gemeinsam den Spuren Karls des Großen zu folgen.

Die Welsche Mühle in Haaren ist dabei eine der Stationen, die Gisela Nacken am besten gefallen. Die Mühle spielte im mittelalterlichen Aachen bei der Tuchherstellung und in der Metallverarbeitung eine große Rolle. Und hinter dem alten niederdeutschen Kaninsberg verbirgt sich der Königsberg: Auch er ist laut Nacken eine geschichtsträchtige Station.

Kenner der Stadtgeschichte: Dietmar Kottmann gibt Erläuterungen an einzelnen Stationen. Foto: Andreas Herrmann

Rund fünf Stunden waren die Radler unterwegs, um all die Orte kennenzulernen, die eine historische Bedeutung haben. Schloss Kalkofen, das Forsthaus Weiden und der Haarener Ortskern sind dabei nur einige der Stationen, die in diesem Jahr in den Aachener Norden nach Haaren, Verlautenheide und über Würselen wieder zurück ins historische Zentrum führt. Geschichtliche Erläuterungen zu den einzelnen Stationen gab Heimathistoriker Dietmar Kottmann.

Das Wetter spielte mit und bescherte den Ausflüglern angenehme Temperaturen. Der eigentliche Treffpunkt auf dem Katschhof aber musste um ein paar Meter verschoben werden, da zwischen Dom und Rathaus — dort wo Nacken die Keimzelle für das Wirken Karls des Großen ansiedelt — eifrig für die Heiligtumsfahrt gewerkelt wurde. Den Radlern machte das nichts aus. Ausgestattet mit den gelben Sicherheitswesten der Stadt machten sie sich frohen Mutes auf den Weg.

„Vor 20 Jahren sah das noch anders aus“, erinnert sich Nacken. Damals begann die Stadt, mit ihrem Fahrradsommer für das Fahrrad als alternatives Fortbewegungsmittel zu werben. Radwege waren selten und wurden von den Studenten deshalb auch schon mal eigenhändig auf die Straße gemalt. Daran kann sich auch Gisela Nacken nur zu gut erinnern.

Heute setzt die Stadt die Kampagne „Fahrrad in Aachen“ auch mit dem Fahrradsommer weiter fort. Und so sollen die Routen des Fahrradsommers nach wie vor dafür werben, das Fahrrad als ernstzunehmendes Fortbewegungsmittel zu verstehen. In den kommenden Wochen stehen jede Menge Touren auf dem Programm. Ein Flyer gibt Aufschluss über die jeweiligen Ziele und erklärt auch ganz genau die Route „Auf den Spuren Karls des Großen“.

Wer will, kann sich also auch auf eigene Faust auf den Weg machen, um Karls Spuren zu folgen. „Die Route ist familienfreundlich ohne größere Steigungen und bietet viele interessante Sehenswürdigkeiten“, meint Gisela Nacken. Sie bedauerte es, diesmal wegen anderer Verpflichtungen nicht mit von der Partie zu sein.

Uwe Müller vom Fachbereich Stadtentwicklung dagegen reihte sich mit einem ganz besonderen Rad unter die Ausflügler. Er saß auf einem Lastenfahrrad, dass speziell für die Bedürfnisse der Stadt umgestaltet wurde.

In der großen Transportkiste vor dem Lenker bewahrte er Flyer und Infomaterial auf. „Solche Räder sieht man in Berlin sehr oft“, sagte er. Sein Gefährt hat einen Motor, der das Treten in die Pedale unterstützt. Müller zeigte sich ganz zuversichtlich, dass er den Anschluss an die andern nicht verlieren würde.