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Gewalt gegen Frauen: Auch Aachen wird orange

Gewalt gegen Frauen : Auch Aachen wird orange

Auch in diesem Jahr beteiligt sich Aachen am 25. November wieder an der weltweiten Kampagne „Orange the World – Zonta Says No!“, bei der Gebäude in Deutschland orange angestrahlt werden. Dahinter verbirgt sich eine Aktion, die auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam machen möchte.

Organisiert wird „Orange the World“ in Aachen gemeinsam von Elisabeth Auchter-Mainz und Walburga Haueis-Liegl vom Zonta Club Aachen, von der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Sabine Bausch sowie von Heidemarie Ernst von der Koordinationsstelle Bushof. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen wird die Aktion symbolisch um 17 Uhr am Bushof eröffnen.

Eine Aktion im Freien mit Vertreterinnen der beteiligten Organisationen musste coronabedingt abgesagt werden. Die zentrale Aussage der Aktion „Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen“ wird deshalb ausschließlich über die Beleuchtungsaktion „Orange the World“ symbolisiert. Vertreterinnen des Zonta Clubs Aachen werden an den beleuchteten Orten allerdings Infomaterial anbieten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Orange leuchten werden in diesem Jahr der Elisenbrunnen, das Stadttheater, das Couven-Museum, die Citykirche, der Portiko im Hof, das Relief der Domschatzkammer, das Foyer der Volkshochschule und der Bushof, der SKM in der Heinrichs­allee, das Verwaltungsgebäude der Städteregion Aachen, das Gebäude der ehemaligen Landeszentralbank sowie das LED-Band der Sparkasse Aachen.

Zum Mitmachen laden ebenfalls die vier Stadtteilbüros Aachen-Ost/ Rothe Erde, Kullen und Kronenberg, Preuswald, sowie Forst/Driescher Hof ein. Sie werden ihre Eingangsbereiche an diesem Tag orange beleuchten und entsprechendes Infomaterial ausgeben. Die Stadtteilbüros möchten zudem Einrichtungen und Personen in den Stadtteilen motivieren, sich der Aktion anzuschließen. Neben Infos, wie dies einfach gelingen kann, kann man in den Stadtteilbüros orangefarbenes Transparentpapier kostenlos abholen. Zudem können Lichterketten ausgeliehen werden, mit denen ein Schaukasten beleuchtet werden kann.

Neu bei der Aktion „Orange your City“ sind dieses Jahr die Koordinationsstelle Bushof und die Volkshochschule. „Wir am Bushof freuen uns, dass sich die Menschen hier wieder sicherer fühlen. Wenn der Bushof gemeinsam mit der Volkshochschule orange leuchtet, ist dies ein deutlicher Aufruf zu mehr Solidarität und Zivilcourage“, sagen einstimmig Heidemarie Ernst von der Koordinationsstelle Bushof und Dr. Beate Blüggel, Leiterin der Volkshochschule Aachen.

Die Beratungsstellen Rückhalt – Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt“, Frauen helfen Frauen Aachen – Beratungsstelle für Frauen und Mädchen, und das Frauen- und Kinderschutzhaus Aachen des Sozialdienstes katholischer Frauen haben gleichfalls ihre Beteiligung zugesichert. Zahlreiche Unternehmen in der Stadt beteiligen sich finanziell an der Aktion.

Elisabeth Auchter-Mainz, Präsidentin des Aachener Zonta Clubs und Opferschutzbeauftragte NRW, stellt alarmierende Zahlen aus der Kriminalstatistik vor: „2019 sind in Deutschland 117 Frauen und 32 Männer durch ihre Partner und Partnerinnen zu Tode gekommen. Von schwerer partnerschaftlicher Gewalt waren insgesamt 140.755 Personen betroffen, 11,5 Prozent mehr als 2014. Täter waren zu 79,9 Prozent Männer. Deshalb widmen wir diesen Tag weltweit den Frauen.“

Doch dies sei nur die Spitze des Eisbergs, sagt die Gleichstellungsbeauftragte Sabine Bausch. „Die Dramen, die sich in den eigenen vier Wänden abspielen, werden mit diesen Zahlen nur angedeutet“, sagt sie mit Blick auf eine wahrscheinlich hohe Dunkelziffer. „Das eigene Zuhause, in dem Menschen Geborgenheit, Ruhe und Schutz finden sollten, ist für Frauen weltweit der gefährlichste Ort überhaupt“, erklärt Angelika Gey, Diplomsozialpädagogin bei Frauen helfen Frauen.

Agnes Zilligen von Rückhalt zieht eine Zwischenbilanz für 2020: „Der Bedarf steigt und steigt“. Trotz Lockdown und zeitweiser Umstellung von Unterstützungsangeboten durch die Corona-Lage verzeichnet Rückalt mit seinen Beratungsstellen in Aachen und Stolberg einen extremen Zuwachs an Anfragen. Die Auslastung der Beratungsstellen ist entsprechend hoch.

Auch wenn das Gewaltschutzgesetz es ermöglicht, dass Täter der Wohnung verwiesen werden können, bleibt für manche Frauen nur der Weg in die Sicherheit des Frauenhauses. „Als Frauenhäuser bleiben wir eine wichtige frauenpolitische Instanz, um das Menschenrecht auf ein Leben in körperlicher, seelischer und sexueller Unversehrtheit auch für Frauen zu sichern“, berichtet die Leiterin des Frauen- und Kinderhaus Hülya Gökgöz-Corsten.

Walburga Haueis-Liegl von Zonta Aachen ruft schließlich zum Mitmachen auf. Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, ist hierzu herzlich eingeladen. Walburga Haueis-Liegl:„Im Prinzip ist es simpel: Man benötigt nur orangefarbenes Papier, das man in ein Fenster kleben kann und schaltet dann bei Dunkelheit das Licht ein.“

www.zonta-club-aachen.de

(red)