Aachen: „atelier le balto“: Umgestaltung des Parks am Ludwig-Forum fortgesetzt

Aachen: „atelier le balto“: Umgestaltung des Parks am Ludwig-Forum fortgesetzt

Sie gestalten eine Insel. Mitten in Aachen. Die Grundschüler der 3a von der Grundschule Passstraße haben bei goldenem Herbstwetter gemeinsam mit den Gartenkünstlern von „atelier le balto“ ein weiteres Stück des Parks am Ludwig-Forum in Angriff genommen. Während eigentlich Deutsch auf dem Stundenplan stand, buddelten die 23 Schüler, fanden Blumenzwiebeln und Steine, die sie wie Schätze in die Luft hielten und ihren Mitschülern zeigten.

Die Neunjährigen saßen auf dem vom Gestrüpp befreiten kleinen Berg am Rande des Parks und freuten sich über die Gartenarbeit. „Gerade musste ich sie noch ermahnen. Jetzt sind sie konzentriert bei der Sache“, sagte Lehrerin Ursula Milde-Reimertz und schüttelte beim Beobachten der Kinder lächelnd den Kopf.

1991 hatte der aus Süddeutschland stammende Künstler Nils-Udo den Hügel im Park des Museums angelegt. Auf Holzpfählen hatte er Erde, Gräser, Bäume und Kunst gestapelt, dabei nicht bedacht, dass Bäume wachsen, Erde sich mit Wasser vollsaugt und so alles viel schwerer wird. Zu schwer für die Untergrundkonstruktion, die zusammenkrachte, weshalb auch der Hügel schnell nicht mehr beachtet wurde.

Nun sollte er nicht einfach dem Erdboden gleich gemacht werden. „Wir wollten diesen Hügel erhalten, die Idee des ehemaligen Kunstwerks erhalten. So hatten wir die Idee der Insel“, erzählte Gartenkünstler Mark Puzol.

Deshalb wurden jetzt 17 chinesische Hanfpalmen und neun Blaupalmen gepflanzt, von denen die Fachleute wissen, dass sie die winterlichen Temperaturen in Aachen überstehen. „Dieser Hügel soll den Besuchern des Parks offen stehen, sie sollen ihn besteigen können, sich auf ihm wohlfühlen und von seiner Spitze die Aussicht genießen“, wünscht sich Gartenkünstlerin Veronique Faucheur.

Die Kinder indes wünschen sich, dass das Projekt „Neugestaltung des Parks am Ludwig-Forum“ niemals zu Ende geht. „Wir kommen immer im Frühjahr und Herbst, pflanzen, graben um und bekommen ganz viel erklärt“, erzählt die achtjährige Alexa.

Was denn alles? „Wir lernen, wie man Pflanzen behandelt, wie wir vorsichtig mit ihnen umgehen, dass wir keine Blumen niedertrampeln. Wir wissen, wann wir einpflanzen sollen und wie es richtig geht“, zählt Willa (8) auf, bevor sie wieder gedankenversunken auf dem kleinen Hügel kniet, um weitere Schätze zu finden. Wie eine Tulpenzwiebel, die natürlich sofort wieder eingepflanzt wird.

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