Softwareprobleme: Aseag kämpft weiter mit der neuen Technik

Softwareprobleme: Aseag kämpft weiter mit der neuen Technik

Auch fünf Monate nach Einführung der sogenannten E-Tickets kämpft die Aseag noch mit Softwareproblemen. Unangenehm und teuer kann das insbesondere für Nutzer aus anderen Verkehrsverbünden sein, wie die Aachener Berufspendlerin Dagmar Empt erfahren musste.

Trotz eines gültigen Jobtickets wurde sie einmal sogar aus dem Bus geschmissen. „Total peinlich“ sei das gewesen, sagt sie und ärgert sich bis heute, dass die Aseag-Kontrolleure die Schuld bei ihr und nicht bei einer fehlerhaften Technik gesucht haben.

Doch es sind nicht nur die technischen Probleme, die sie in Rage versetzt haben, es ist auch das über einen langen Zeitraum hinweg gezeigte Unvermögen der Aseag, auf ihre Beschwerde zu reagieren. Satte vier Monate musste sie immer wieder nachbohren und nachfragen, bis sie vor wenigen Tagen endlich eine klärende Antwort erhielt. „Das tut uns natürlich Leid, dass es solange gedauert hat. Dafür möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen“, hat inzwischen Aseag-Sprecher Paul Heesel erklärt.

Auslöser des ganzen Ärgers ist ein vom Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) ausgegebenes E-Ticket, das die in Köln tätige Pendlerin zumindest auch in der Kölner U-Bahn und im Zug nach Aachen problemlos einsetzen kann, das aber in den Aachener Aseag-Bussen seit der Einführung im Januar als ungültig gewertet wird. „Man hat mir gesagt, dass ich damit als Schwarzfahrerin gelte. Ich soll entweder ein Ticket zusätzlich kaufen oder aussteigen“, ärgert sich die 64-Jährige. Einmal habe sie den Bus verlassen müssen, weil sie kein Kleingeld dabei hatte. „Dabei habe ich ein bezahltes Ticket.“

Schon im Januar hat sie die Aseag auf ihren Fall aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten. Man möge ihr doch bitte ein Ersatzticket ausstellen, bis die in den Bussen angebrachten Lesegeräte ihr Jobticket als gültig erkennen, hat sie schriftlich gebeten. Doch sie musste bis zum 9. Mai auf eine Antwort warten, in der ihr erklärt wurde, dass es bis heute ungelöste Probleme bei der Nutzung von E-Tickets aus anderen Verkehrsverbünden in Aseag-Bussen gibt.

Der Aachener Verkehrsverbund und mit ihm die Aseag sei Nachzügler bei der Einführung von E-Tickets, erklärt Heesel, „daher muss immer noch nachgearbeitet werden“. Die Aseag sei bei der Problemlösung auf die Arbeit eines externen Systemanbieters angewiesen. Möglicherweise sei eine falsche Nutzungsberechtigung auf das E-Ticket der Kundin aufgespielt worden.

Mitarbeiter informiert

Heesel betont, dass Dagmar Empt ihr Ticket ab sofort auch in Aseag-Bussen uneingeschränkt nutzen könne und sie keine zusätzlichen Fahrscheine mehr kaufen müsse. In dem kürzlich versandten Schreiben der Abteilung Beschwerdemanagement heißt es zudem: „Entsprechende Informationen wurden auch schon zeitnah an unsere Mitarbeiter verteilt. Sollten dennoch Missverständnisse entstehen, bitten Sie den Kontrolleur oder Fahrer, sich bei der Funkleitstelle über die Handhabung zu informieren.“

Daraus lässt sich schließen, dass Dagmar Empt nicht die einzige Kundin ist, die in Aseag-Bussen ein Problem mit angeblich ungültigen E-Tickets hat. Sie selbst hat die Beobachtung gemacht, dass alle ihre Mitfahrenden das gleiche Problem haben. Wie viele Betroffene es aber genau sind, darüber könne man nur spekulieren, sagt Heesel. „Wir haben bisher wenige Rückmeldungen.“ Auch seien nicht generell Kunden mit VRS-Tickets betroffen. „Es hängt offenbar immer vom Einzelfall ab“, so Heesel.

Betroffene können derzeit somit nur darauf vertrauen, dass das Aseag-Personal tatsächlich in Gänze über die hausinternen Softwareschwächen informiert ist und nicht noch weitere E-Ticket-Nutzer aus den Bussen schmeißt. Wann die Probleme behoben werden können, können die Spezialisten derzeit noch gar nicht absehen.

Zumindest Dagmar Empt hat inzwischen die Zusage, dass die Aseag die Kosten für ihre zusätzlich bezahlten Tickets erstatten will — allerdings nur gegen Vorlage der gelösten Fahrscheine. Doch wer bewahrt die schon monatelang auf?

Mehr von Aachener Nachrichten