Aachen: ASEAG: Der gute Einstieg in Elektrobusse gestaltet sich etwas zäh

Aachen : ASEAG: Der gute Einstieg in Elektrobusse gestaltet sich etwas zäh

2016 bestellt, Mitte 2018 noch nicht am Start. Nach zweimaliger Verzögerung sind 13 der 14 bei Sileo bestellten Elektrobusse immer noch nicht auf das Aseag-Gelände an der Neuköllner Straße gesurrt. Da stellt sich die Frage, ob es denn nun, wie angekündigt, im vierten Quartal auch wirklich klappt mit der Lieferung, oder ob ein drittes Mal vertröstet wird.

Es stellt sich die Frage: Welche Konsequenzen drohen dem Hersteller, wenn er wieder nicht liefert? Und: Könnten die Fördermittel des Landes, die Aachen für die E-Busse genehmigt wurden, auch danach noch abgerufen werden? Derzeit gibt es nur auf eine dieser drei Fragen eine eindeutige Antwort.

Status der Bestellung

Nur eine Antwort, allerdings eine sehr wichtige: die Fördermittel aus dem Investitionsfördergesetz sind auch nach Verstreichen des aktuellen Jahres noch abrufbar. Sie waren bis zum 31.12.2020 verlängert worden. Für Aachen ist das von so großer Bedeutung, weil die Stadt ihre E-Busse zu 80 Prozent mit diesen Mitteln finanziert.

Zunächst waren die entsprechenden Fördermittel nur bis Ende 2018 abrufbar und wären Aachen bei erneuter Verzögerung durch die Lappen gegangen. „Dann hätten wir die Busse wahrscheinlich nicht abnehmen können, weil das Geld fehlt“, erklärt Ye-One Rhie, mobilitätspolitische Sprecherin der Aachener SPD-Fraktion. Sie hat einen Ratsantrag gestellt, um über den Status quo der Bestellung endlich umfassend informiert zu werden.

Die Politik müsse schließlich entscheiden, welche Optionen es gebe — ob es etwa sinnvoll sei, Gespräche mit dem Hersteller aufzunehmen, weniger Busse abzunehmen, oder ob das Fördergeld im Zweifel anderweitig besser investiert sei.

Das Förderprogramm wurde verlängert, weil es bei der Beschaffung von E-Bussen allenthalben zu Lieferproblemen kommt. Das hat nicht nur mit dem Brand im Sileo-Werk in Salzgitter zu tun, der massive Lieferengpässe beim deutsch-türkischen Hersteller zur Folge hatte.

Es gibt derzeit überhaupt sehr wenige Hersteller, die ein entsprechendes Produkt im Angebot haben — „fünf bis sechs vielleicht“, schätzt Axel Costard, Referent des Oberbürgermeisters für emissionsfreie Mobilität.

Keine Vertragsdetails

Von den 13 Sileo-Bussen, die in Aachen derzeit noch fehlen, sollten sechs Gelenkbusse und ein Doppelgelenkbus 2017 und sechs weitere Gelenkbusse noch in der ersten Jahreshälfte 2018 geliefert werden.

Jetzt hat sich alles nach hinten verschoben, soll nun im letzten Viertel des Jahres kommen. „Vertraglich ist natürlich festgehalten, wie wir reagieren, wenn Sileo nicht rechtzeitig oder gar nicht liefert“, erklärt Paul Heesel, Pressesprecher der Aseag. Zu vertraglichen Details könne er aber nichts Näheres sagen.

„Aber auch uns ist natürlich wichtig, die E-Busse endlich auf Aachens Straßen zu bringen.“ Man stehe in engem Kontakt zum Hersteller und gehe davon aus, dass es im vierten Quartal auch wirklich klappt mit den neuen Elektrobussen.

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