Aachen: Architektur mit allen Sinnen im Reiffmuseum

Aachen : Architektur mit allen Sinnen im Reiffmuseum

„Materie und Werkprozess“ lautet das Thema der Jahresausstellung der Fakultät für Architektur der RWTH Aachen, die am Donnerstagabend im Reiffmuseum, Schinkelstraße 1, eröffnet worden ist.

„Das Thema erschließt sich zwar nicht sofort, da man meinen könnte, es heißt eigentlich Material und nicht Materie. Aber es eröffnet die Möglichkeit, die Architektur mit allen Sinnen aufzunehmen“, erklärte der Dekan der Fakultät, Professor Alexander Markschies. Es gehe auch darum, wie und warum man überhaupt Architekt wird. „Mit unserer Jahresausstellung wollen wir unsere Pforten öffnen für ein interessiertes Publikum. Neben den ausgestellten, prämierten Arbeiten gibt es auch einen Alumni-Tag, ein ,Best of Forschung‘ sowie einen Wissenschaftstag, der Forschung und Lehre verknüpft. All das macht unser Haus lebendig“, erklärte Markschies.

Große Bandbreite

Carolin Stapenhorst, Juniorprofessorin für Werkzeugkulturen, gab einen ersten Überblick über die Werkschau: „Unsere vierte Jahresausstellung zeigt die große Bandbreite in der Herstellung von Gebäuden und handwerklichen Prozessen, angefangen bei der traditionellen Handarbeit bis hin zur modernen Robotik.“

Zu sehen sind Fotos aus dem Lehmbaugelände in Seffent, das dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Ein markanter Hingucker der internationalen Architektur ist das von Studierenden neu interpretierte Teehaus, das von Profis der japanischen Tempelbaukunst inspiriert wurde. „Es war jetzt sogar in Nürnberg ausgestellt und ist gerade wieder eingetroffen“, erklärte Stapenhorst stolz. Überhaupt zeige die Schau viele Selbstbauprojekte, die komplett eigenständig entworfen und realisiert worden sind, darunter Bachelor- und Masterarbeiten.

Wie stolz die Hochschulleitung auf die tollen Leistungen ist, das betonte die RWTH-Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs, Doris Klee. Sie eröffnete die Veranstaltung offiziell. „Materie und Werkprozess, das ist ein besonderes Thema. Wir sind sehr glücklich über die Entwicklung und die Erfolge der Fakultät für Architektur. Und darauf, dass hier interdisziplinär gearbeitet wird und auch die Robotik adressiert wird mit einem Blick zu den Ingenieurwissenschaften im Rahmen von Industrie 4.0“, betonte Klee. Aber auch Jahrhunderte zurück reiche der Blick einiger Studierenden, die sich mit der Pfalzkapelle Karls des großen beschäftigt haben.

Die Jahresausstellung der RWTH-Fakultät für Architektur ist noch am Samstag, 5. Mai, von 12 bis 20 Uhr zu sehen. Im Rahmenprogramm gibt es Vorträge, Führungen und ein Alumni-Treffen im Foyer des Reiffmuseums. Als kostenloser Katalog ist eine eigene Zeitung erschienen.

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