Aachen: „Architektonische Vitrine” für den Elisengarten

Aachen : „Architektonische Vitrine” für den Elisengarten

Die Architekten Kada+Wittfeld (Aureliusstraße) scheinen eine gutes Händchen für ihre Heimatstadt zu haben. Kaum ist der Run auf die keltischen und römischen Funde wie ein Traum verrauscht und die antiken Schätze wieder im Boden des Elisengartens verschwunden, gewinnt das renommierte Büro (aktuell beschäftigt mit dem Neubau AachenMünchener-Zentrale) den ersten Preis für die beschlossene „Archäologische Vitrine” in der Gartenanlage mitten in der City.

OB Jürgen Linden gab am Mittwoch gemeinsam mit Baudezernentin Gisela Nacken und Kada-Wittfeld-Büroleiter Dirk Zweering den Siegerentwurf für das auf 60 Quadratmeter überdachte Boden-Sichtfenster bekannt.

Für den Blick in ganz alte Zeiten weit vor Karl dem Großen wird für etwa 400.000 Euro vorbehaltlich eines entsprechenden Beschlusses im Planungsausschuss in seiner Aprilsitzung ein Pavillon geschaffen.

Er beherbergt ein Fenster, durch das die verschiedenen Erdschichten und die diversen historische Nutzungen im Areal zwischen Ursulinerstraße und Elisenbrunnen ab September 2009 (Nacken) für Bürger und Touristen zu betrachten sein werden.

OB Linden zum historischen Aachen-Thema: „Viele Kollegen aus anderen Städten schauen richtig neidisch auf unser kulturelles Erbe. Noch vor fünf Jahren hätte ich nicht glauben wollen, dass wir unsere Geschichte nach diesen bedeutenden Funden in bestimmten Teilen umschreiben müssen.”

Architekt und Planer Zweering beschrieb den Entwurf, der im Werkmeistergericht des Rathauses vorgestellt wurde.

Das Gehäuse des Pavillons besteht aus einer leichten Edelstahlkonstruktion, die dem Betrachter durch eine „feingliedrige Hülle” einen vollständigen Durchblick gewährt.

Innen sei dann ein Ort vorgesehen, wo man sich hinsetzen könne. Die Ausgrabungsfläche selbst ist bis zum etwa drei Meter hohen Dach der Außenhülle verglast.

Um das Archäologiefeld, das einen Blick in die Jahrhunderte um Christi Geburt gewährt, gibt es einen Umlauf.

Das futuristische Haus, das auf Mikropfählen steht und im Winter temperiert ist, für die historischen Schätze füge sich, darauf legte Baudezernentin Nacken großen Wert, harmonisch in die neue Architektur des Elisengartens ein, der ebenso etwa Ende September fertig werde.

Der angrenzende Fußgängerbereich Ursulinerstraße brauche dagegen wahrscheinlich noch bis November.

Mehr von Aachener Nachrichten