Archimedischer Sandkasten im Schatten des Aachener Doms

Alle Beteiligten ziehen eine positive Bilanz : Auf zum Finale in der großen Sandkiste

Bereits zum vierten Mal ist auf dem Aachener Katschhof, zwischen Dom und Rathaus, der Archimedische Sandkasten aufgebaut. Die Sommeraktion ist auch in diesem Jahr ein riesiger Erfolg. Am Montag nun werden 150 Tonnen Sand wieder abtransportiert.

Wer noch mal in den Sand möchte, der sollte das Wochenende ausnutzen. Denn am Montag kommt die ganz große Schaufel, und dann ist der Archimedische Sandkasten 2019 bereits wieder Geschichte. Knapp drei Wochen lang haben dann kleine und große Baumeister in der riesigen Sandkiste zwischen Dom und Rathaus 150 Tonnen Sand gründlich umgegraben. Nun wird alles wieder weggefahren. Auch das große Labyrinth gleich neben dem Sandkasten, das im „Play Lab“ im Rahmen der Ferienspiele entstanden ist und an dem auch am Freitag noch gebaut wurde, muss dann weichen.

Aachens größte Sandkiste ist auch in diesem Jahr wieder ein sensationeller Erfolg, da sind sich alle Beteiligten, Partner und Unterstützer einig. „Ein geniales Projekt“, befand Beigeordnete Susanne Schwier bei der Abschlussbilanz am Freitag. „Daran kann man sehen: Viele Köche machen in diesem Fall den Brei richtig gut.“ Als Dezernentin ist Schwier zuständig für Bildung, Kultur, Schule, Jugend und Sport, und beim Archimedischen Sandkasten kommen alle Bereiche irgendwie zusammen.

In der Tat haben vor allerschönster Stadtkulisse viele Köche im Brei gerührt. Ausdrücklich dankte Projektleiterin Jutta Göricke vom städtischen Fachbereich Presse und Marketing vielen Unterstützern, allen voran den Leuten vom Stadtbetrieb, die den 320 Quadratmeter großen Sandkasten errichtet haben und ihn am Montag wieder abbauen. Die Bleiberger Fabrik kümmerte sich wieder um die Ferienspiele. Der Irrgarten sei wirklich interaktiv geraten, freute sich Leiterin Sibylle Keupen. Den Beweis hatte sie vor Augen: Auch am Freitag schlenderten ständig neugierige Besucher durch die Gänge, testeten das Schlauchtelefon oder machten Musik auf Bratpfannen und Topfdeckeln.

Viel spannendes Material konnten die Kinder im „Play Lab“ diesmal verbauen. „Unternehmen haben uns hochwertige Platten, Netze und Folien spendiert“, berichtete Keupen. „An so etwas wären wir sonst gar nicht rangekommen.“ Die nötigen Kontakte hatten Mitglieder des Aachener Serviceclubs Round Table hergestellt. Die Stawag gehört seit 2016 zu den treuen Unterstützern der Aktion und spendiert stets das Sandspielzeug. Und die Firma Deubner Baumaschinen hilft auch in diesem Jahr mit Logistik und Transport. Er sei immer wieder begeistert, dass die Stadt Aachen ihren wichtigsten Platz drei Wochen für ein solches Experiment zur Verfügung stelle, bekannte Geschäftsführer Rolf Deubner.

Zufriedene Gesichter im Irrgarten: Die Archimedische Werkstatt im Rahmen der städtischen Ferienspiele hat auch viele Passanten zu Erkundungstouren und zum Ausprobieren animiert. Foto: Heike Lachmann

„Wir wollen Brücken schlagen zwischen der Wissenschaft und der Stadtgesellschaft“, bilanzierte Peter Gronostaj, Leiter des städtischen Wissenschaftsbüros. Und das sei mit Sandkasten, „Play Lab“ und dem großen Aktionstag gleich zu Anfang wunderbar gelungen.

Wettermäßig hat der Archimedische Sandkasten so ziemlich alles abbekommen: pralle Sonne, gewaltige Hitze, Platzregen und Sturmböen. An den ganz heißen Tagen hätten sich manche Eltern für ihre Kleinen einen Sonnenschutz über der Sandkiste gewünscht. Das sei baulich leider nicht drin, bedauert man bei der Stadt. Und die Sonnenwände, die an den brutheißen Tagen als Schattenspender aufgestellt waren, seien schon von der ersten Sturmböe zerfetzt worden.

Das große Labyrinth wird nun vorsichtig auseinandergebaut und soll zunächst in großen Einzelteilen für ein Ferienspielprojekt in den Stadtteil Brand transportiert werden. Es gibt aber auch bereits eine interessierte Anfrage für das Material aus dem niederländischen Maastricht. Das Projekt findet längst über Aachen hinaus Beachtung.

Und nach dem Sandkasten ist vor dem Sandkasten: In den Sommerferien 2020 soll die Aktion auf dem Katschhof wieder stattfinden, versichern alle Beteiligten. Eingebunden werden Sandkiste und Werkstatt dann in die Veranstaltungen zum 150-jährigen Bestehen der RWTH. Das passt gut. Schließlich gehört der Sandkasten zum Projekt „Future Lab“, mit dem Kommune und Hochschulen Wissenschaft in die Stadt tragen wollen.