Aachen: Arbeitskampf erreicht Aachen: Warnstreik bei Bombardier

Aachen: Arbeitskampf erreicht Aachen: Warnstreik bei Bombardier

Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie erreichten am Montag auch Aachen. Nahezu die komplette Frühschicht legte bei Bombardier Transportation an der Jülicher Straße für etwa eine Stunde die Arbeit nieder.

Eigentlich sollte der Warnstreik nur eine halbe Stunde dauern, doch der Frust bei den Beschäftigten ist nach den Worten des 1. Bevollmächtigten der IG Metall, Franz-Peter Beckers, groß: „Die Leute verlieren langsam die Geduld. Die Stimmung ist sehr kämpferisch.” Mehr als 200 Mitarbeiter von Bombardier gingen auf die Straße, in Übach-Palenberg waren es rund 300 bei Schlafhorst Oerlikon. Bei der Schumag AG in Schleckheim gingen alle drei Schichten eine halbe Stunde früher nach Hause. Die Warnstreikenden verlangen 6,5 Prozent mehr Geld, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten und wollen mehr Fairness in der Leiharbeit erreichen. Ausgeweitet werden soll beispielsweise nach den Vorstellungen der IG Metall die Mitbestimmung der Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern.

Die Arbeitgeber hatten in der fünften Verhandlungsrunde in NRW - umgerechnet auf eine Laufzeit von 12 Monaten - nach Angaben der IG Metall nur um 2,6 Prozent höhere Entgelte angeboten. Auf die anderen Forderungen hätten sie mit Gegenforderungen reagiert. Sie wollen etwa den Anteil der Beschäftigten mit einer von 35 auf 40 Stunden angehobenen Wochenzahl erhöhen.

Bevollmächtigter Peter Beckers sagte: „Die Beschäftigten empfinden das Angebot als Provokation.” Es werde schon die Forderung gestellt, noch „eine Schüppe draufzulegen”, also in die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik zu gehen: „Die Leute sehen, dass in den Firmen teilweise viel verdient wird.”

Mehr von Aachener Nachrichten